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Dienstag, 30. Dezember 2014

Droge der Wahl

Liebe Leserinnen und Leser,

ein Bonbon für euch zu Silvester, obwohl die meisten von euch es wahrscheinlich nicht rechtzeitig lesen werden, um Zeit zu haben, sich entsprechend vorzubereiten auf die Feier. Jedenfalls...

“Drug of choice” (wörtlich: Droge der Wahl) wurde von Richard Bandler entwickelt. Die Idee ist, dass unser Körper Empfindungen und Reaktionen erinnert. Tatsächlich sind es nicht die Drogen, die uns in einer bestimmten Weise fühlen und die Welt erleben lassen. Es ist die körperliche Reaktion auf die Droge, die das macht. Also beispielsweise ist es nicht das LSD, dass uns fühlen lässt, wie wir fühlen, sondern unsere körperliche Reaktion auf das LSD.

Natürlich mit dem Namen “Droge der Wahl” verbinden wir als erstes Drogen: LSD oder Alkohol sind die häufigsten, schätze ich. Es kann aber auch helfen, wenn ihr schlafen wollt, ohne Schlaftabletten zu nehmen. Richard Bandler folgend, nimmt man die Tablette, oder was auch immer, einmal und erinnert sich daran und wenn man sich gut genug erinnert, ist das eine Mal nehmen genug, um die Empfindungen nachzuempfinden und zwar so oft man will und es braucht. Ich erinnere mich, dass Bandler davon sprach, dass ihm mehrere Zähne gezogen worden waren und er irgendwelche Medikamente nehmen musste. Angeblich nahm er sie einmal und machte es dann die anderen Male mit der “Droge der Wahl”. Das Gute an der “Droge der Wahl” ist, dass zum Beispiel mit Alkohol, die negativen Neben- oder Nachwirkungen wie Kater, Kopfschmerzen und dergleichen ausbleiben. “Droge der Wahl” bedeutet praktisch: kostenlose Drogen, so viele man will!

Also wie macht man es denn nun? Sagen wir, ihr möchtet betrunken werden. Ihr erinnert euch an eine vergangene Zeit, in der ihr betrunken wart oder zumindest getrunken habt. Wo ist der erste Ort, an dem ihr es in eurem Körper fühlt? Ich vermute, es war euer Mund. Was für ein Gefühl war es? Vielleicht war es ein kühlendes Gefühl in eurem Mund. Wo habt ihr als nächstes etwas gefühlt? Und was für ein Gefühl war es? Nur als Vorschlag: euer Hals? Bauch? Wie ist es mit euren Händen? Euren Füßen? Wie ist es mit eurem Kopf? Geht nun euren Körper durch und erinnert euch an all die Orte in eurem Körper, in der Reihenfolge, in der ihr die Effekte merkt, wenn ihr Alkohol trinkt. Habt ihr sie alle? Geht sie noch einmal durch. Wie immer, geht sie durch, in der Reihenfolge, in der sie für euch passieren. Wiederholt es einige Male und ihr werdet wahrscheinlich recht schnell betrunken sein. Eventuell wollt ihr beim ersten Mal oder bei den ersten Malen, wenn ihr das macht, dafür sitzen. Und passt auf, wenn ihr wieder aufsteht!

Ihr könntet auch einen Anker für Betrunkenheit setzen. Auf diese Art könnt ihr dort nächstes Mal schneller sein und müsst euch nicht explizit hinsetzen und alle Orte in eurem Körper immer wieder durchgehen.

Es gibt ein nettes Video mit dem Magier Derren Brown, wo er es mit diesem Mann macht (englisch):

http://www.youtube.com/watch?v=zryGzTbU49I

Derren ist etwas gemein mit seinem Anker, wenn er ihm in einem unerwarteten Moment eine SMS schickt. Achtet auf den Mann mit dem Turban, der vor dem Mann sitzt. Das ist Derren. Er ist in Kostüm/Verkleidung von einem vorigen Trick, den er vorher in der Show gemacht hat. Es ist also nicht so, dass Derren nur Nachrichten schickt und ihn alleine betrunken lässt. Ein sehr verantwortungsbesuwsster Mann ist er.

Und noch ein Video in dem mit Ankern gearbeitet wird, um die Intensität zu verstärken hier (englisch):

http://www.youtube.com/watch?v=RsqZYezp_38

Die Grundidee davon ist, dass man die Empfindungen vorher hatte und sich an die Reihenfolge erinnert. Aber andere sind der Meinung, dass man nicht selbst betrunken sein musste, um sich betrunken zu machen auf diese Art. Wir alle haben betrunkene Menschen gesehen, entweder im realen Leben oder in Filmen. Wir haben also Vorlagen, auch wenn wir es nicht an uns selbst erlebt haben. Manche sagen, dass das ausreicht. Ich habe das noch nicht getestet.

Möglicherweise möchtet ihr das weiter bringen, als nur die Schlaftabletten los zu werden. Man hat mir nur ein- oder zweimal welche vor Operationen gegeben. Aber ich nehme sonst keine und würde es auch nicht wieder machen, im Anbetracht meines jetzigen Wissens um Hypnose. Sicherlich hat man mir irgendwas zur Beruhigung vor Operationen gegeben. Ihr könnt diese Empfindungen auch wiedererwecken, wenn ihr Schlaftabletten niht gewohnt seid. Ich bin sicher, dass ihr so schnell schlafen werdet. Auch wenn ihr keine Schlaftabletten nehmt. Ich weiß, dass ich sehr schnell auf diese Art schlafen könnte, wenn ich wollte. Allerdings nehme ich, wenn ich Schlafprobleme habe weniger “dramatische”, aber ähnlich effektive Methoden, wie ich bereits in vorigen Einträgen schrieb.

Ihr könntet Schlaftabletten ersetzen, wenn ihr sie regelmäßig nehmt und nicht mehr nehmen wollt. Ideallerweise solltet ihr ohnehin ohne regelmäßig Schlaftabletten zu nehmen schlafen gehen. Sicherlich könnt ihr auch hypnotisch betrunken werden mit dieser Methode. Wie ist es mit ersetzen von Pillen, die euch für sexuelle Funktionsstörungen helfen, mit dieser Methode? Wie ist es, wenn ihr Gewichtsprobleme habt und ihr euch eure eigene “Droge der Wahl” kreiert, um euch damit zu helfen? Oder ein Selbstbewusstsein-Verstärker für schüchterne Menschen? Oder... schreibt eure Ideen, um diese Methode zu nutzen in den Kommentaren. (Lest auch meinen Eintrag Lang lebe Placebo, falls ihr es noch nicht gelesen habt.)

Ihr könntet auch Effekte oder Effekte von verschiedenen Substanzen verbinden und eure eigene kostenlose Droge herstellen! Es ist kostenlos, keine Neben- oder Nachwirkungen. Und ihr könnt sie haben so oft und so lange ihr wollt. Ich habe diese naïve Idee, dass Menschen diese Methode Abhängigen beibringen und die Beschaffungskriminalität und Drogentoten sinken und Drogeneinnahmen sinken. Aber vielleicht ist das nur Wunschdenken von mir. Ich habe nicht mit Abhängigen gearbeitet, ich kenne mich nicht wirklich mit Abhängigkeit aus. Es wäre aber cool, wenn es funktionieren würde.

Seid bitte vorsichtig, wenn ihr diese Methode benutzen wollt, um Medikamente zu ersetzen, die ihr wirklich braucht. Wie zum Beispiel Diabetiker, die regelmäßig Insulin spritzen müssen. Zumindest solltet ihr vorher mit eurem Arzt darüber sprechen. Es gibt gewisse Arzneimittel, die tatsächlich genommen werden und nicht einfach so ersetzt werden sollten. Jedenfalls nicht ohne vorherige Beratung mit einem Arzt.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Montag, 27. Oktober 2014

Die Wahrheit über zu positive Gedanken: der saure Apfel

Liebe Leserinnen und Leser,

zum ersten Mal ist eine deutsche Redewendung "der saure Apfel" bzw. "in den sauren Apfel beißen" passender und mir lieber als die englische Redewendung. Oft finde ich mehr Gefallen an der englischen Ausdrucksweise. In diesem Fall passt es nur "obst-mäßig" einfach besser nach meinem Die Zitrone Eintrag als das englische "biting the bullet" (wörtlich: "die (Pistolen)Kugel beißen") oder "biting the pill" (die "Pille schlucken"). Das ist nicht die Wahrheit über zu positive Gedanken. Das ist nur etwas, was ich für mich selbst gemerkt habe und muss nicht einmal der Wahrheit entsprechen.

Gabriele Oettingen von der Universität New York befasst sich mit Zukunftsdenken und Selbstregulation. Im Jahr 2011 machten Oettingen und ihre Kollegin Heather Kappes ein interessantes Experiment. Sie gaben den Probanden kein Wasser, aber ließen sie in einer angeleiteten Visualisierungsübung ein Glas kaltes Wasser vorstellen. Danach maßen sie den Blutdruck und stellten fest, dass diese Übung ihnen Energie genommen und sie entspannt hat. Sie fühlten danach tatsächlich weniger den Drang ein echtes Glas Wasser zu holen, um den ganz realen Durst zu stillen.

Oliver Burkeman vom Guardian schreibt in seinem Artikel How to be fitter, happier and more successful: stop dreaming and start getting real, dass diese Erkenntnis völlig der allgemein bekannten und vermuteten Vorstellung entgegengesetzt ist. Mir persönlich kommt da beispielsweise auch der Gedanke an The Secret - das Geheimnis so beliebt und bekannt und gefüllt mit Beispielen von Leuten, die sich mehr oder weniger etwas positiv vorgestellt haben für ihre Zukunft und dann ist es wahr geworden. Gabriele Oettingen und ihre Kollegen zeigen, dass die intensive Vorstellungen nur ein Weg zum Fehlschlag ist. Eine positive, neue Zukunft entsteht nicht durch "schön denken", sondern durch aktives Handeln und zwar andere, neue Handlungen als die bisherigen, die unbefriedigende Resultate gebracht haben. Man denke an Albert Einsteins Die Definition von Wahnsinn: immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Insofern war auch mein in Schlank zw-ei: mit Köpfchen beschriebene Idee, sich "schlank zu denken" letztlich sinnlos. Zumindest ist das nicht der einzige Weg, den jemand einschlagen sollte, wenn man schlank sein möchte. Sowieso kann es dabei nie nur einen Sache geben, die verändert oder neu gemacht werden muss und dann wäre man schlank. Engere Kleidung anziehen kann in gewisser Weise helfen. Doch was manche insbesondere Mädchen und Frauen machen ist nicht das "Schlankdenken" zu unterstützen, wie eine Presswurst sich in für alle anderen deutlich sichtbar viel zu enge Kleidung zu zwängen ist dabei nicht der Weg.

In ihrem neusten Buch Rethinking Positive Thinking: Inside the New Science of Motivation stellt Oettingen die WOOP Methode vor. WOOP steht für "wish, outcome, obstacle, plan" (Wunsch, Ergebnis, Hindernis, Plan). Auf der WOOP Homepage finden sich nicht nur weitere Informationen, sondern auch Downloads und konkretere Hilfen für Interessierte z.B. WOOP in 24 Stunden zum anhören  (allerdings alles nur auf Englisch). WOOP ist die Idee, sich nicht nur alles schön zu denken, sondern mit "outcome" (Ergebnis) spezieller ein positives Ergebnis aus diesem Denken sich vorzustellen. Entgegen der oft populären Vorstellung, Hindernisse zu ignorieren oder sich schlicht konsequent "durchzuboxen", gehen das zweite O (obstacle, Hindernis) und P (Plan) gerade auf die Aspekte ein, weshalb so viele gute Ideen überhaupt in der Realisierung scheitern. Nämlich an Hindernissen und einem fehlenden Plan, was bei Problemen und Hindernissen getan werden kann, um trotzdem weiter zu kommen zum Ziel.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Die Zitrone

Liebe Leserinnen und Leser,

stell dir einmal, du sitzt an einem Tisch. Vor dir auf dem Tisch liegt eine Zitrone. Sie ist frisch, leuchtend gelb. Nimm die Zitrone in die Hand. Fühle ihre Struktur. Sie ist eigentlich glatt, aber hat diese kleinsten Punkte in der Oberfläche der Schale. Jetzt nimm ein Messer und schneide die Zitrone in zwei Hälften. Der Duft steigt dir in die Nase und Saft kommt an deine Hände. Nimm eine Hälfte und teile sie noch einmal. Noch mehr Duft in deiner Nase und noch mehr Saft an deinen Fingern. Traust du dich, eines der Stücke zu nehmen und den Saft zu lecken oder sogar hinein zu beißen und ein Stück Zitrone zu kauen?

Nun, musstet ihr beim Lesen dieses Absatzes schlucken? Ich weiß nicht, wie es euch ging beim Lesen dieses ersten Absatzes. Aber bei mir sammelte sich schon die Spucke, alleine durch den Gedanken an die Zitrone und den Absatz zu schreiben.

Der Effekt kommt daher, dass unser Gehirn nicht gut unterscheiden kann zwischen Gedanken und Realität. Wenn die Gedanken detailliert genug sind, sind unsere (körperlichen) Reaktionen darauf genau so wie auf das Reale.

Stell dir deine Zukunft detailliert positiv vor und du bist schon halb dort. In meinem Eintrag Verdammte Spiegelneuronen! hatte ich auch von einem ähnlichen Phänomen geschrieben, dass in unserem Gehirn, selbst wenn wir Personen sehen, die etwas machen und selbst nicht aktiv sind, die gleichen Regionen aktiv sind, als ob wir die Aktivität mitmachen würden.

Ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen oder gehört habe. Ich werde es nachtragen, wenn ich es herausfinde. Jedenfalls hat es ein Experiment gegeben, wo Personen einen Gipsarm bekommen haben und entsprechend den Arm nicht bewegen konnten. Den Teilnehmern in einer Gruppe wurde gesagt, sie sollten den Arm nicht bewegen. Den anderen Gruppenteilnehmern wurden Übungen für den Arm gezeigt für wenn sie ihn wieder bewegen können, wenn der Gips wieder ab kommt. Obwohl der Arm aktuell zwar im Gips und unbeweglich war, sollten sie sich trotzdem regelmäßig vorstellen, dass sie diese Übungen real machen würden. Nach Ablauf der Zeit stellte sich heraus, dass der Verlust an Muskelmasse in der zweiten Gruppe geringer war als bei der ersten. Interessant, wie gut positives Denken also hilft, oder?

Sämtliche Annahmen treffen tatsächlich zu. Die Schlüsse, die wir und das schließt Wissenschaftler und Selbsthilfe-Gurus ein, bisher daraus gezogen haben, sind allerdings nicht ganz korrekt.

Da es allerdings jetzt schon sehr spät ist und ich auch mal früher ins Bett gehen sollte und ich mich außerdem über Leser freue, die meinen Blog verfolgen und mehrere Einträge lesen, verrate ich euch die negativen Folgen vom zu positiven Denken im nächsten Eintrag. Ja, es gibt nämlich zu positives Denken und die Folgen können manchmal sehr negativ sein.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Mittwoch, 30. April 2014

Lang lebe Placebo!

Liebe Leserinnen und Leser,

das Wort Placebo kommst aus dem Lateinischen und bedeutet "ich werde gefallen", was vor allem Wissenschaftlern tatsächlich gefällt. Denn oft, wenn Medikamente oder die Wirkung von irgendwas getestet wird, geben sie der sogenannten Kontrollgruppe ein Placebo, das äußerlich scheinbar gleiche, aber ohne irgendwelche Wirkstoffe und somit ohne Wirkung. Wenn trotzdem objektiv positive Veränderungen an Versuchspersonen festgestellt werden, spricht man dabei von Placebo-Effekt. Dann ist "irgendetwas" an der Art der Behandlung, was zu positiver Veränderung führt unabhängig vom Wirkstoff, der ja bei Placebo nicht gegeben ist. Soweit ich weiß gibt es noch keine Untersuchungen von Placebo an sich. Es wird immer nur eingesetzt zum Vergleich mit den "richtigen" Stoffen.

In seinem zweiteiligen Programm "Fear and Faith" aus dem Jahr 2012 machte der Zauberer Derren Brown ein spannendes Experiment. Folgende Geschichte war die Grundlage: eine Firma hätte ein Mittel entwickelt, dass im Militär als eine neue Art Wunderwaffe gehandelt würde. Die Soldaten hätten keine Angst mehr und wären völlig furchtlos. Nun sollte das Mittel an einer Gruppe Zivilisten getestet werden und Derren Brown, der bekannte Skeptiker, wollte dies filmisch begleiten, um es als neue Sendung zu veröffentlichen. Tatsächlich stellt sich heraus, dass der Wirkstoff ein Placebo ist und die Firma ebenfalls nur eine Scheinfirma. Was Derren Brown wirklich testet ist der Placebo-Effekt.

Gegen Ende der Sendung klärt er alle Personen auf, was wirklich passiert ist. In der Zwischenzeit hat bei vielen der Placebo-Effekt eingesetzt mit gutem Erfolg und teils durchaus überraschenden Ergebnissen, wie ich finde. Die ganze Sendung könnt ihr euch auf Youtube ansehen unter folgendem Link: http://www.youtube.com/watch?v=hfDlfhHVvTY (ca. 47 Minuten)

Kapseln sind wirksamer als Pillen und eine Injektion besser als Kapseln, wie Derren Brown sagt. Ich entschloss mich, selbst ein wenig zu experimentieren. Etwas in der Art von Pillen konnte ich so spontan nicht finden, aber Tic Tac schienen mir halbwegs eine gute Kapselform zu haben. Ich kaufte mir eine Packung. Da ich ganz real immer wieder angespannt war in der Zeit, nahm ich immer wieder zwei Tic Tac und redete mir ein, dass sie mich beruhigen würden. Ich lutschte sie, was etwa 10 bis 15 Minuten dauerte und war anschließend wirklich ruhiger. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass der Placebo-Effekt nur greift, wenn die Versuchsperson nicht weiß, dass kein Wirkstoff vorhanden ist. Offenbar ist das nicht der Fall. Ich war mir ja sehr bewusst, dass Tic Tac keine Beruhigungskapseln sind, zumal ich sie in ihrer Originalverpackung nahm. Nun gibt es ja immer verschiedene Sorten. Zumindest Orange und Minze. Was möglicherweise wert wäre zu testen, ob wenn Orange die "Beruhigungskapseln" sind, Minze eine andere Wirkung haben könnten und beide nur ihre jeweils zugesprochene Wirkweise haben. Im Moment habe ich keine Idee und kein Bedürfnis für Minze-Kapseln. Wenn ich den Test doch einmal machen sollte, wisst ihr, wo ihr davon erfahren könnt...

Der zweite Teil von "Fear and Faith" handelt von Derren Browns Experiment, ob er eine Atheistin in einer vorgegebenen Zeit zu einer Gläubigen machen kann. Durch indirekte Hypnose. Ich verrate euch nicht, wie es aus geht. Nur so viel: wie bei allen anderen Programmen, bei denen er größere Experimente macht, klärt er die Frau am Ende der Sendung auf, was wirklich passiert ist und warum.

Hier der Link zum zweiten Teil: http://www.youtube.com/watch?v=LksVbHxLRvY (ca. 47 Minuten)

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Donnerstag, 27. Februar 2014

Besser in einer anderen Zeit geboren?

Liebe Leserinnen und Leser,

von "Sherlock" zu "Elementary". Obwohl mich das Ende der ersten Staffel von "Elementary" nicht so sehr begeistert hat - abgesehen von der letzten Szene (Bienen!) - habe ich dann doch weiter die 2. Staffel geschaut, sobald es das Internet zuließ. In der 7. Folge dann ist Sherlock auf einem Treffen ehemaliger Abhängiger. Der Leiter hat zum Abschluss eine Frage, zu der sich überraschenderweise Sherlock als erstes meldet. Es geht um verrückte Gedanken, die die ehemals Abhängigen haben. Gedanken, die ihnen einfach kommen, obwohl sie wissen, dass es verrückte Gedanken sind.

Sherlock: "Ich frage mich oft, ob ich nicht besser in eine andere Zeit geboren wäre." Und erklärt, erstaunlich offen, weiter: "Meine Sinne sind ungewöhnlich - naja, man könnte sogar unnatürlich sagen - scharf. Unsere Zeit ist eine mit vielen Ablenkungen.  Es ist wie ein quälender Paukenschlag an ständiger Eingabe. Diese Kakophonie, die uns bis zu uns nach Hause verfolgt in unsere Betten und sich in unsere in unsere Seele schleicht, wieso sollte man dann nicht auf eine bessere Welt hoffen. Für eine lange Zeit, gab es nur eine Maske, für meine rohen Nervenenden und das war ein ausgiebiger Drogenkonsum. In meinen weniger produktiven Momenten, frage ich mich also, wenn ich doch etwas früher geboren wäre, als es dort draußen noch ruhiger war, wäre ich dann überhaupt abhängig geworden? Wäre ich vielleicht konzentrierter gewesen? Ein fokussierterer Mensch?"

Jemand fragt Sherlock: "Was, wie bei den alten Griechen?"

Sherlock: "Hast du überhaupt eine Ahnung, was in der hellenischen Ära so als Zahnersatz durchging? Nein, nein, ich wollte schon, ähm... ein paar Wunder der Moderne. Einfach kurz bevor alles so... verstärkt wurde."

Die Diskussion wird unterbrochen, als sich Sherlocks Bruder Mycroft mit einer Frage zu erkennen gibt. Sherlock ist entsetzt und geht. Nicht nur Sherlock mit seiner außergewöhnlichen Wahrnehmung ist gestresst. Auch wir normal Sterblichen sind immer gestresster und alles um uns wird schneller und lauter und größer und heller. Gebt einmal bei Google Bilder ein: Erde nachts. So hell erleuchtet ist die Erde selbst in der Nacht. Muss das alles so sein?

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Warum ich nicht Sherlock Holmes bin

Liebe Leserinnen und Leser,

ich sehe Dinge, die andere übersehen und denke über Dinge nach, die für andere normal und selbstverständlich sind. Manche, die mein Interesse für Sherlock Holmes kennen, ziehen schon Vergleiche. Ich weiß, dass einige bewundern, dass ich bestimmte Dinge weiß, die andere sonst nicht wissen. Dafür bin ich völlig unwissend in anderen alltäglichen Dingen, die für die meisten selbstverständlich sind. Ähnlich wie Sherlock nicht einmal weiß, wie die Sonne, der Mond und die Erde im Verhältnis zu einander stehen.

Gerade lese ich Die Kunst des logischen Denkens: Scharfsinnig analysieren und clever kombinieren wie Sherlock Holmes von Maria Konnikova. Erst gestern las ich einen Abschnitt darüber, dass wir fremde Menschen unbewusst sympathisch oder unsympathisch finden aufgrund von Ähnlichkeiten mit anderen Personen, die wir kennen und mögen oder nicht mögen. Dr. John Watson fällt diesem unbewussten Verhalten zum Opfer, als er in "Das Zeichen der Vier" auf Mary Morstan trifft und sie sofort hübsch findet und auf Anhieb mag. Sherlock Holmes dagegen ist sich dieser Denkprozesse bewusst. Auch wenn Mary Morstan gut aussieht, zieht er nicht gleich den Schluss, dass sie sympathisch ist, geschweige denn ein Unschuldlamm. John hält Mary Morstan sofort für eine gute Person. Sherlock dagegen nimmt zwar ihre physische Schönheit wahr, aber behält sich Urteile über ihren Charakter bis auf weiteres offen. John ist sich nicht bewusst, dass er Frauen mit ähnlichem Aussehen wie Mary Morstan im Kopf hat und die positiven Eigenschaften dieser Frauen auf die bisher fremde Mary Morstan projiziert. Wie Maria Konnikova schreibt, verliert der Zauber seine Wirkung, sobald wir uns dieser Prozesse bewusst werden.

Ich bin noch weit entfernt davon, wie Sherlock Holmes zu sein. Obwohl ich mittlerweile bis auf ganz wenige Ausnahmen nur noch Rolltreppen benutze, die funktionieren. Alles andere ist noch zu sehr John Watson, wie ich feststellen musste. Ich war beim einem neuen Orthopädietechniker wegen meiner Prothese. Herein kam ein älterer Mann, schlank, graue, lockige Haare. Mit anderen Worten: Peter Capaldi, dem 12. Doctor, den wir ab nächstes Jahr sehen werden, sehr ähnlich. Zu ähnlich. Ich merkte, wie mein Gesicht warm wurde. Oh nein! Erst als ich wieder draußen war, wurde mir bewusst, was passiert war. Die Verbindung zu Peter Capaldi war mir nicht sofort klar. Trotzdem ist der Mann mir weiterhin sympathisch. Wenn er mir jetzt noch eine gute, neue Prothese macht um so besser.

Bis zum nächsten Blog,

sarah

 

Samstag, 26. Oktober 2013

Freiheit heute

Liebe Leserinnen und Leser,

in der heutigen Zeit, wo wenigstens die halbe Welt scheinbar auf facebook ist, sehe ich meine Freiheit darin, gerade nicht auf facebook zu sein. Obwohl ich ein Handy habe und sogar eines mit Festnetznummer, ist das die einzige Möglichkeit, mich ständig zu erreichen, wenn man wollte. Die einzigen vier Ausnahmen wären: 1) wenn ich dusche, 2) kurz einkaufen bin oder 3) das Handy nicht höre, wahrscheinlich weil ich unterwegs bin und dabei zu laut Musik höre auf meinem ipod bzw. 4) nicht rechtzeitig dran komme.

Es ist etwas seltsam, dass ich mit meinem Handy am ehesten direkt und sofort erreichbar wäre als auf anderen Wegen. Denn ich telefoniere grundsätzlich nicht gerne und schreibe lieber oder rede direkt mit dem Menschen.

Die aller meisten Leute, mit denen ich über Chat-Programme kommunierziert habe oder immer noch schreibe, haben den Anstand, wenn sie sich unsichtbar gemacht haben, mir trotzdem zu schreiben, wenn sie gehen. Viele, die ich kenne, die diesen Status nutzen, haben ihre guten Gründe dafür. Schade finde ich nur, dass sie mich immer anschreiben und ich keine Möglichkeit habe, ein Gespräch mit ihnen anzufangen. Ich sehe ja nicht, ob sie online sind oder nicht. Das ist auch, was mich am meisten nervt daran. Ich weiß nicht, ob die Leute da sind oder nicht. Soviel ich weiß, könnten sie genau so gut von ihrem Computer weggegangen sein oder ihn sogar ganz real aus haben, so wie ihr Status durch unsichtbar schon auf "aus" steht. Zum Glück ist mir das nur selten passiert.

Der unsichtbar Status wird für mich nur noch getoppt von denen, die durch (juhu!) Smartphones jetzt ständig online sein können. Dadurch sind einige Leute (fast) dauerhaft online in Chat-Programmen, aber mit Abwesenheits-Status. Ihren Status als wahr angenommen, schreibe ich diese Leute in den aller meisten Fällen nicht an. Entweder sind sie wirklich gar nicht an ihrem Handy/Computer erreichbar oder wollen vielleicht nicht gestört werden. Also schreibe ich sie nicht an. Das ist in Ordnung für mich. Wirklich. Es wirft nur auch die Frage auf, warum sie überhaupt online sind.

Die Antwort ist wahrscheinlich facebook. Die halbe Welt (wenigstens) ist auf facebook, also muss ich es auch sein. Immer mehr Leute haben ein Smartphone und damit ein Handy, das internetfähig ist. Also ist es die Gelegenheit, ständig online zu sein, insbesondere auf facebook, wo sowieso die meisten fast ständig online sind. Oder etwa nicht? Welche Panik erst, wenn der Akku vom Smartphone unvorhergesehen seinen Geist aufgibt und man möglicherweise gerade unterwegs ist und nicht aufladen kann. Ich kann nicht mehr lesen, was mir andere auf facebook geschrieben haben! Buhu! Auf der wikipedia Seite über facebook ist unter dem Abschnitt Ausstieg das Ergebnis einer Studie der Universität Wien von 2013 nachzulesen, wonach 48% sich abmelden, weil sie sich Sorgen um ihre Privatsphäre machen. Es ist auch der Hauptgrund, warum ich mich gar nicht erst anmelden will. Zumal unter dem nächsten Abschnitt Kritik, zu lesen ist, dass Arbeitgeber das facebook Konto von Angstellten beobachtet und diese daraufhin gekündigt haben wegen Nachrichten, die sie dort geschrieben haben. Danke, aber nein danke. Das brauche ich nicht. 6% der Studie über den Ausstieg bei facebook gaben an, dass facebook süchtig macht. Danke, mir reicht das Internet schon als Suchtfaktor genug. Wer mich erreichen möchte, kann mich anrufen, mir eine E-Mail schreiben oder mit Chat-Programmen chatten. Ich muss mich nicht noch auf einer Seite anmelden, um mit meinen Freunden in Kontakt zu bleiben. Die wirkliche Welt ist immer noch da draußen, außerhalb von Bildschirmen, wo man den ganzen Menschen sehen kann und gemeinsam etwas unternehmen kann in der realen Welt.

In der ersten Folge mit dem 11. Doctor von "Doctor Who" ("The Eleventh Hour"/"Fünf vor zwölf") verdunkeln Aliens für die Menschen auf der Erde die Sonne und bereiten sich vor, die Erde zu verbrennen. Der Doctor steht draußen und schaut sich die Menschen an, die nichts besseres zu tun haben, als das Schauspiel der Sonne mit ihrem kamerafähigen Handy zu filmen oder fotografieren. Der Kommentar des Doctors dazu macht mich persönlich höchst traurig: "Da kommen sie auch schon. Die Menschheit erlebt ihr eigenes Ende wie erwartet: durch die Linse eines Fotohandys."

Nennt mich egoistisch, arrogant, altmodisch oder was auch immer an negativen Beschreibungen einfällt. Aber ich selbst möchte nicht Teil einer Gesellschaft sein, in der ich immer und ständig online erreichbar sein muss und obwohl ich online diesen Blog hier schreibe, muss ich nicht jedes kleine bisschen meines Lebens online festhalten. Die Folge "Die Glocken von Saint John" (Staffel 7, Folge 7) fasst der Doctor in einem Moment der Ruhe die Situation bisher, wie er sie versteht wie folgt zusammen: "Diese ganze Welt schwimmt im WLAN. Wir leben in einer WLAN-Suppe. Angenommen, etwas drang darin ein. Und angenommen, es wäre etwas Lebendiges im WLAN, das menschliche Intellekte erntet, sie extrahiert. Stell dir das vor. Menschlichen Seelen, gefangen wie die Fliegen, im World Wide Web, stecken auf ewig fest, schreien um Hilfe." Claras Kommentar darauf: "Ist das nicht im Prinzip Twitter?"

Verschwindet alle im Internet. Registriert euch alle bei facebook und twitter. Ich werde dann zwar nichts mehr von euch mitbekommen, weil ich bei beiden nicht angemeldet bin. Aber was soll's. Wenn Kommunikation heute reduziert ist auf facebook und twitter, dann sage ich hiermit lebet wohl. Vielleicht sehen wir uns wieder, wenn die Welt aufhört zu existieren oder schon, wenn der dritte Weltkrieg ausgebrochen ist. Ich habe die Vermutung, dass beides nicht (nur) online geschehen wird.

Bis zum nächsten Blog,

sarah

Donnerstag, 29. August 2013

Die Treppe zur Beobachtung: Es ist die Grundlage!

Liebe Leserinnen und Leser,

Dienstag vor ein paar Wochen. Ich besuche eine Freundin auf der Arbeit. Als ich  von der U-Bahn hoch gehe, trete ich auf die erste Stufe der Rolltreppe. Sie ist kaputt. Ich muss hoch laufen. Mist.

Mittwoch vor ein paar Wochen. Ich besuche eine Freundin von mir auf der Arbeit. Als ich von der U-Bahn hoch gehe, trete ich auf die erste Stufe der Rolltreppe. Sie ist immer noch kaputt. Ich muss hoch laufen. Dumm!

Donnerstag, die gleiche Woche. Ich besuche die Freundin von mir auf der Arbeit. Ich erinnere mich endlich daran, dass die Rolltreppe vielleicht immer noch kaputt ist. Ich schaue um die Ecke, um zu sehen, ob die Lichter grün sind. Sie sind rot. Ich gehe weiter, um die Treppe zu nehmen. Ich habe endlich gelernt.

Vor Monaten habe ich viele Tage damit verbracht, die Serien "Sherlock" und "Elementary" zu sehen. Wie Sherlock gerne sagt, "Sie sehen, aber Sie beobachten nicht!" Der erste Schritt zu sehen und beobachten und kombinieren wie Sherlock Holmes es tut, ist aktive Beteiligung Dinge zu sehen.

Letzte Woche Donnerstag. Ich besuche die Freundin von mir auf der Arbeit. Ich schaue um die Ecke, um die Lichter der Rolltreppe zu sehen. Sie sind rot. Sie ist wieder kaputt. Ich frage mich, was all die alten Leute machen auf der Arbeit meiner Freundin. Die Rolltreppe dieser U-Bahnstation ist oft kaputt. Als ich als einzige Person zur Treppe gehe, denke ich auch an Sherlock Holmes. Danke, Sherlock.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Montag, 5. August 2013

Schönen guten Morgen!

Liebe Leserinnen und Leser,

wie viele verschiedene Bedeutungen kann die scheinbar simple Aussage von "Schönen guten Morgen!" haben?

Als Bilbo Beutlin dem Zauberer Gandalf in "Der Hobbit - Eine unerwartete Reise" einen schönen guten Morgen wünscht, bekommt er statt einem erwarteten Gegengruß einen Schwall von Interpretierungsmöglichkeiten.

"Wie meint Ihr das? Wünsch Ihr mir einen guten Morgen, oder meint Ihr, das ist ein schöner Morgen, egal was ich wünsche? Oder Ihr wolltet sagen, dass Ihr an diesem Morgen alles schön und gut findet? Oder wolltet Ihr sagen, man müsse an diesem Morgen gut oder schön sein?"

Verwirrung oder Überraschung kann eine Art sein, eine Trance einzuleiten. Zumal Bilbo nicht mit diesen Fragen gerechnet hat. Selbst Schuld, Bilbo. Eine präziese Ausdrucksweise ist sehr wichtig und manchmal bestimmend.

Der gute Bilbo antwortet auf Gandalfs vielen Fragen mit der, wie mir scheint, einzigen Antwort, die Sinn macht: "Alles zugleich, nehme ich an."

Bis zum nächsten Blog,

sarah

Donnerstag, 1. August 2013

Schlank zw-ei: mit Köpfchen

Liebe Leserinnen und Leser,

ihr wollt also schlank werden und habt euch vom Fitness Studio abgemeldet, weil ihr es sowieso nicht braucht. Hier kommt noch ein bisschen Gedankennahrung dazu.

Ich habe einmal gelesen, dass man mit Hypnose am meisten Erfolge hat und es eine der besten Möglichkeiten ist. Keine Ahnung, wie viel von dem, was ich gemacht habe, um schlanker zu in dem Sinne "Hypnose" war oder nicht. Unabhängig davon sehe ich bei Hypnose und erfolgreichen Schlanksein Parallelen. Viele glauben, dass man in Hypnose völlig willenlos wird. Das stimmt nicht. Es gibt neben dem Bewusstsein und Unbewussten eine dritte wichtige Instanz, die oft der "kritische Faktor" genannt wird. Er ist die Verbindung zwischen dem Bewusstsein und dem Unbewussten. Das Unbewusste enthält Glaubenssätze und Überzeugungen. Der kritische Faktor prüft neue Informationen mit bereits existierenden Glaubenssätzen und Überzeugungen. Bei Übereinstimmung werden die neuen Informationen weitergeleitet ins Unbewusste, anderenfalls werden sie abgeblockt und bleiben nur im Bewusstsein.

Hypnose gelingt dann, wenn der kritische Faktor herabgesenkt ist. Nur so sind Phänomene wie eine unbewegbare (kataleptische) Hand möglich. Natürlich kann die Person ihre Hand bewegen. Aber in dem Moment sind die Barrieren vom kritischen Faktor so weit gesenkt, dass die Aussagen vom Hypnotiseur, dass die Hand nicht bewegbar wäre und kataleptisch ist, als wahr angenommen. Verstärkt durch einen Kreis von Autosuggestion ("Ich stelle fest, dass ich meine Hand nicht bewegen kann. Also muss es so sein, dass ich sie nicht bewegen kann. Deshalb kann ich sie auch nicht bewegen.") ist die Hand unbeweglich geworden, obwohl sie unter normalen Umständen völlig problemlos und vollständig beweglich wäre.

Der kritische Faktor ist der Grund, warum neue (Neujahrs-)Vorsätze so schwer sind einzuhalten und durzuziehen. Der kritische Faktor findet viel mehr Bestätigungen in alten Verhaltensmustern und Glaubenssätzen. Also werden diese letztlich beibehalten. Also heißt es für das Vorhaben schlank zu sein: ihr müsst tricksen wie ein Hypnotiseur.

Das wichtigste überhaupt ist:

1. Positiv formulieren!

Formuliert eure Vorsätze positiv, zum Ziel hin, was ihr wollt. Denkt daran: wenn ihr negativ formuliert mit "nicht", habt ihr immer noch das Negative im Kopf. Das hilft auf Dauer nicht. Ich warne euch, wenn ihr negativ formuliert, habt ihr einen Elefanten im Kopf und der ist so groß, dass er die ganzen positiven Absichten zerdrückt.

Unser Gehirn arbeitet am besten mit Bildern. Deshalb wird auch immer wieder erzählt, wenn man sich eine Reihe von Dingen merken will, diese zu einer Geschichte zu verbinden. Eine ganze Geschichte finde ich zu kompliziert und umständlich. Besser finde ich mit anderen anderen Methoden zu arbeiten und sich einen Gedächtnispalast aufzubauen. Kennt ihr den Film The Machinist? Christian Bale spielt dort einen Mann, der so geplagt ist von Problemen, die er verdrängt, dass er praktisch nichts mehr isst, massive Schlafprobleme hat und entsprechend aussieht. Bestimmt war es auch für ihn als Schauspieler nicht gesund, so viel abzunehmen für die Rolle. Hier zwei Bilder davon:




Gesund sieht das wirklich nicht aus. Aber es gibt eurem Kopf eindeutige Bilder von dem, was ihr wollt. Passt nur auf, dass ihr bitte, bitte nicht real so weit geht. Es sollten nur Bilder sein, mit denen ihr an eurerem eigenen Ziel arbeitet. So eine Figur zu haben ist krankhaft und auf Dauer höchst schädlich für euch! Trotzdem: übertreibt für die Bilder, die ihr benutzt, ob im Kopf oder die, die ihr euch tatsächlich raussucht als Erinnerung. (Der 10. Doctor aus „Doctor Who“, David Tennant, ist wohl eher eine höchst sympathisches und doch schlankes Vorbild. Wobei wenigstens eine seiner Begleiterinnen, Donna Noble, ihn als „nur ein langer Strich aus Nichts, Alien-Nichts.“ bezeichnete. Recht hat sie.)

2. Findet Bilder (real oder im Kopf), die übertrieben sind, um deutlich zu sein, was ihr wollt.

(Einmal schrieb mich eine im Internet an und wollte, dass ich ihr mit Hypnose helfe für größere Brüste. Ich erzählte ihr, dass ich bei meinem Wunsch schlanker zu sein an Christian Bales Rolle in The Machinist gedacht hatte, um meinem Kopf ein klares, deutliches Bild zu geben und empfahl ihr, das gleiche zu tun. Sie suchte sich also ein Bild von einer Frau mit viel zu großen Brüsten, druckte es aus und nutze das Bild dann. Einige Wochen später schrieb sie mir wieder und berichtete, dass ihre Brüste tatsächlich gewachsen seien. Ich weiß nicht, ob es stimmt, was sie erzählte. Es wirkte auf mich so. Letztlich ist wohl das wichtigste, dass sie zufrieden war und das schien sie mir.)

Manchmal habe ich getrickst und bewusst etwas weitere Kleidung getragen, die nicht so eng anliegt. Das gibt das Gefühl schlank zu sein. Zumindest schlanker als die Kleidung, die bei mehr Gewicht eben enger anliegen würde. Skinny Jeans wiederum sind manchmal ganz angenehm und lassen Oberschenkel nicht ganz so sehr auseinandergehen, wie sie bei weiteren Jeans im Sitzen gehen würden.

Wieder einmal scheint es im Englischen noch extremer, wenn man mit Worten anfängt zu spielen. Gewicht zu verlieren (to lose weight) ist, wenn man es ausspricht dem losen/lockeren Warten (loose wait) sehr ähnlich. Im Englischen frage ich daher gerne: Warten worauf? Aber selbst im Deutschen halte ich den "Gewichtsverlust" als Wunsch für unglücklich gewählt. Niemand verliert gerne etwas. Ich kann euch nicht abnehmen, passende Worte zu wählen. Letzlich bleibt mir nur, darauf hinzuweisen, dass unterschiedliche Worte auch verschiedene Aussagen beinhalten können.

Nicht zu unterschätzen ist auch Unterstützung von außen. Wenn ein Kind dick ist und abnehmen soll, ist es am besten als Familienprojekt. Es hilft dem Kind nicht, wenn die Familie weiterhin Fastfood isst, während das Kind schlank sein soll durch gesunde Ernährung.

Zwei "Tricks", die mir noch heute ab und an helfen sind folgende: oft missdeuten wir Durst als Hunger und essen etwas. Es kann oft hilfreich sein, wenn wir statt dessen erst einmal gut Trinken. Abends kann es außerdem helfen ab einer gewissen Zeit Zähne putzen zu gehen. Danach sollte man ja bekanntlich nichts mehr essen. So trinke ich dann auch nur noch ungesüßten Tee oder Wasser.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Freitag, 26. Juli 2013

Schlank - der einfache Teil: der Körper

Liebe Leserinnen und Leser,

jetzt also der Eintrag, auf den einige schon länger gewartet haben und für den die letzten Einträge quasi vorbereitend waren. Einige Gedanken dazu, wie ich vor Jahren abgenommen habe.

Irgendwann um das Jahr 2002 rum wollte ich abnehmen. Anfangs überlegte ich in ein Fitness Studio zu gehen. Aber dann sah ich vor meinem geistigen Auge die durchtrainierten Männer und mich kleines, untrainiertes Mädchen dazwischen? Wohl kaum. Aber mein Bauch gefiel mir nicht. Ich wollte unbedingt einen schlankeren Bauch haben und das war der Anfang von allem.

1. Der bedingungslose und unbedingte Gedanke zu Veränderung.

Manche träumen davon "die Welt" zu verändern. Diesen großen Planeten als gesamtes. Ist ein viel zu großes Projekt, sage ich euch. Genau so ungünstig ist ein blankes "Ich will schlank sein." Wichtig ist also

2. Der Gedanke, nur einen definierten Bereich zu verändern.

Aber zum Denken und Gedanken im nächsten Eintrag mehr. Wie ich finde, ist das sogar der noch wichtigere und mächtigere Teil an der ganzen Sache.

Ich wollte also abnehmen, ohne ins Fitness Studio zu gehen. Ich entschied mich für Liegestütze und etwas, was allgemein anscheinend als "Crunches" bezeichnet wird. Ich fing an mit 10 Liegestütze wie man sie kennt. Dann, um die Arme zu entspannen Crunches. Also auf den Rücken legen, Beine angewinkelt, Füße auf den Boden. Jetzt wird zum Beispiel das linke Bein etwas angehoben, damit das linke Knie und der rechte Ellenbogen sich berühren können und umgekehrt. Also gekreuzt Knie und Ellenbogen berühren. Einfach als Varaiation zum "normalen" Kopf anheben. Davon auch jeweils 10. (Ich habe immer einmal linker Ellenbogen rechtes Knie, dann rechter Ellenbogen linkes Knie und dann wieder linker Ellenbogen rechtes Knie gemacht.) Dann, um den Bauch zu entspannen, habe ich sogenannte "Frauenliegestütze" gemacht. Das heißt, man ist dafür auf den Knien, Füße angewinkelt in der Luft (und an den Knöcheln kreuzen, das ist das bequemste, finde ich). Diese sind einfacher und selbst untrainiert kann ich davon gut wenigstens 15 machen. Dann wieder Wechsel auf den Rücken und die "normalen" Crunches, also Beine angewinkelt, Füße auf den Boden und "einfach so" mit dem Kopf und Schultern hoch.

Für die Arme habe ich mir von "damals", als wir noch Vögel und Vogelsand hatten einmal zwei kleine Plastikflaschen abgefüllt mit dem Sand und als Hanteln benutzt. Allerdings mache ich das heute nicht mehr. Damit könnten leicht Übungen im Sitzen vor dem Fernseher gemacht werden. Ganz locker nebenbei.

Was die Beine angeht, ist eine gute und wirklich einfache Übung im Sitzen möglich. Beide Füße auf den Boden. Dann einen Fuß anheben. Nur ein kleines bisschen und anspannen. Stellt euch vor, ihr hättet schwere Gewichte an den Fußknöcheln, die das Bein runter ziehen. Nach Wunsch 10-15 Minuten halten und dann wechseln. Das ist locker zwischendurch machbar, auch und gerade auf der Arbeit oder wenn man im Café mit Freunden sitzt oder an der Bushaltestelle, wenn man auf den Bus wartet. Aber wichtig ist für alle die hier genannten Übungen, sie regelmäßig zu machen! Ein Durchlauf ist schnell gemacht bei allen Übungen. Sie täglich zu machen oder wenigstens jeden zweiten Tag, dürfte also wirklich einfach sein.

Es wird immer geraten viel Sport zu machen und sich zu bewegen. Das ist gar nicht mal so explizit nötig in dem Sinne. Habe ich nie gemacht, von den hier beschriebenen Übungen abgesehen, die ich jetzt nicht mal mehr regelmäßig mache. Es fängt schon bei kleinen Dingen an wie die Treppe zu gehen, statt Rolltreppe oder Fahrstuhl zu nutzen. Damit alleine bewegen wir uns schon mehr oder einfach einmal aufstehen und rum laufen beim Telefonieren. Gerade heute, wo praktisch alle Telefone (und Handys sowieso) schnurlos sind, ist das kein Problem mehr.

Aktuell habe ich das Jonglieren wieder für mich entdeckt, nachdem ich 2011 eine Zeit lang jongliert habe und mir immerhin schnell das Jonglieren mit 2 Bällen beigebracht habe und dann bis vor einigen Monaten aufgehört hatte. Mein nächstes Ziel langfristig wäre es auf 4 Bälle zu bringen. Außerdem habe ich sogenannte Kontaktjonglage als Übung. Das ist Jonglieren ohne werfen, sondern der Ball bleibt immer im Kontakt (daher der Name) mit dem Körper. Es gibt diverse ziemlich eindrucksvolle Videos auf youtube. Ich suche immer bevorzugt mit englischen Begriffen, also contact juggling auf youtube. Anleitungen und einfach nur zum anschauen. Einige davon sind sehr meditierend und entspannend anzuschauen. Genau so wie es selbst zu machen. ;-)

Viele schlagen gerne und oft vor, joggen zu gehen. Joggen ist nicht mein Ding. Hat mich nie sonderlich interessiert. Wobei es auch eine Disziplin gibt, die jonglieren (englisch: juggling) und jogging kombiniert zu "joggling" bis hin zu eine Art Marathon, wo man nur x-mal den Ball fallen lassen darf und dann mit anderen jonglierend läuft. Findet euren Sport. Mich fasziniert jonglieren. Auf dem Bett oder Sofa sitzend, ist es einfach zwischendurch zu machen. Es ist gut für die Koordination, schönes Armtraining und es ist nachgewiesen, dass Aktivitäten, bei denen beide Hände benutzt werden, auch hilft beide Gehirnhälften (wieder) mehr zu verbinden. Das ist übrigens auch was zum Beispiel bei Depression hilft und Kreativität fördert! Was nicht heißen soll, dass ich jetzt alle auffordern möchte, jonglieren zu lernen. Jeder sollte seinen eigenen Aktivitäten finden sich zu bewegen. Mir jedenfalls macht Jonglieren im Moment viel Spaß und 2 Bälle sind leicht in einer Tasche zu transportieren. Das ist mein Ding im Moment.

Das war's für's erste einmal. Schlank sein der erste, einfache Teil: der Körper. Beim nächsten Mal geht es um den schwereren Teil: das Denken und Gedanken!

Bis zum nächsten Blog,

sarah

Sonntag, 19. August 2012

Stolz und Vorurteil

Liebe Leserinnen und Leser,

wie sehr unsere Meinung von etwas beeinflusst ist von Vorannahmen, um nicht zu sagen Vorurteilen konnte ich vor 2 Abenden selbst feststellen. Freitag lief Blood Diamond im Fernsehen. Ich kannte ihn schon, aber wollte ihn ganz bewusst noch einmal sehen. Vor allem kenne ich jetzt eine ganze Reihe schauspieler, die mir beim ersten Mal zumindest nicht so bekannt waren.

Ich hatte keine Erinnerung, wer die Filmmusik komponiert hatte, aber Hans Zimmer "in Verdacht". Ich mag ihn nicht. Seine Musik ist mir oft zu gewaltig, was in und für Blockbuster passen mag, aber die Musik ohne Film nur zu hören ist mir oft zu anstrengend. Die wenigen Soundtracks, die ich von ihm habe, höre ich mittlerweile gar nicht mehr. Ab und zu höre ich mal eine Remix Version vom Titelsong von "Gladiator": "Now We Are Free (Juba's Mix)" von Gladiator - More Music From The Motion Picture, eine der beiden "Gladiator" CD's. Früher habe ich sie öfters gehört. Sie gefällt mir besser als die andere CD und enthält Stücke, die Hans Zimmer zwar komponiert hat, es aber nicht in den Film "geschafft" haben. Außerdem gibt es ein paar Stücke, die Dialoge aus dem Film enthalten. Selbst wenn ich die "bessere" der beiden CDs probiere, komme ich nicht über die ersten 3 Stücke hinaus. Ich überspringe alles bis zu den letzten 2 Stücken. Das war's dann wieder.

Sherlock Holmes aus dem Jahr 2009 und Inception habe ich lange erst nicht ansehen wollen, weil eben Hans Zimmer die Filmmusik gemacht hat. Ich weiß, ich bin blöd.  (Die Filmmusik zum ersten Sherlock Holmes ist übrigens genau was ich erwartet hatte von Hans Zimmer: viel von anderen Filmen und viel Wiederholung. Ganz konkret "Der dritte Mann" und das so oft, das es mir regelrecht langweilig bis nervig wurde, schon im Film. Ein paar Male konnte ich doch trotzdem auch nur die Filmmusik hören und fand es da okay).  Den zweiten Sherlock Holmes, Sherlock Holmes: Spiel im Schatten, aus dem Jahr 2011 habe ich nicht gesehen, weil mich die Geschichte nicht so interessiert hat. Vielleicht sehe ich ihn mir doch mal an. Inception und der erset Sherlock Holmes waren aber echte Proteste. Ich hatte nicht die geringste Lust auf Hans Zimmer.

Zurück zu Blood Diamond. Ich hatte also Hans Zimmer im Kopf und einige Male, wo mir die Musik auch bewusster war, gefiel sie mir nur teilweise. Manches Mal war sie ganz gut, ich musste es zugeben. Insgesamt mögen kam natürlich nicht in Frage, obwohl einiges ganz gut war. Dann war der Film zuende. Und? Musik: James Newton Howard. Autsch. Er hat mit Hans Zimmer an Batman Begins und The Dark Knight zusammen gearbeitet. James Newton Howard hat beiden Filmen in der Musik das Emotionale gegeben, was Hans Zimmer nicht kann, weil er nur "gewaltig Blockbuster und Action" kann. James Newton Howards wunderbar minimalistischer Soundtrack zu The Village - Das Dorf ist mir sein liebster. Er hat also die Fimmusik zu Blood Diamond gemacht? Ich werde sie mir mal bald ohne Film anhören.

Ich erzählte am Samstag meiner Mutter von der quasi Verwechlsung und wie ich dadurch erst jetzt die Filmmusik mag. Sie grinste und sagte: "Siehst du. Kannst du mal sehen, wie unsere Vorurteile uns beeinflussen." Ich konnte nur zurück grinsen und nicken.

 Der "Stolz"-Teil dieses Blogs ist folgendes: James Newton Howard hatte, wie bereits erwähnt für die ersten beiden Batman Filme die Filmmusik mit Hans Zimmer komponiert. Er hat aber nicht beim dritten und letzten Teil komponiert, sondern Hans Zimmer alleine. Warum? Ich hatte neulich im Internet zufällig gelesen, dass James Newton Howard wohl von Christopher Nolan erwartet hatte, Inception gemeinsam mit Hans Zimmer zu komponieren, wie eben die beiden Batman Filme davor. Nolan hat ihn aber nicht gefragt. Ob also aus Trotz, oder Stolz oder was auch immer, jedenfalls hat Howard abgelehnt, für den letzten Batman Film die Musik zu schreiben. Wie egoistisch. Schade.

Bis zum nächsten Blog,
sarah