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Montag, 23. Dezember 2019

M&M: Charlie und die Schokoladenfabrik

 Ich mag und respektiere Roald Dahl als Schriftsteller und sehe mir „Mathilda“ beispielsweise immer wieder gerne an und habe selbst als Erwachsene noch „Sophiechen und der Riese“ mit Freude gelesen. Vielleicht werde ich irgendwann einmal das Buch „Charlie und die Schokoladenfabrik“ von ihm lesen, was die Vorlage für den gleichnamigen Film aus dem Jahr 2005 bot.

Um ehrlich zu sein, mag ich den Film nicht besonders. Er ist von Anfang an vorhersehbar und die gesamte Aufmachung insgesamt einfach nur nervig. Ein typischer Tim Burton Film mit den „üblichen Verdächtigen“: neben Danny Elfman, der die Filmmusik komponierte, wie bei fast allen Tim Burton Filmen, haben wir Johnny Depp als Willy Wonka in der Hauptrolle und Helena Bonham Carter (damals noch feste Freundin von Tim Burton) als die Mutter von Charlie Bucket (Freddie Highmore). Charlies Familie ist so arm, dass sie sich kaum auch nur ein Essen leisten kann. Trotzdem ist es ausgerechnet Charlie, der eines der wenigen goldenen Tickets gewinnt. Das goldene Ticket erlaubt es Charlie und den anderen Kindern Willy Wonka in seiner berühmten Schokoladenfabrik zu besuchen und einen Rundgang dort zu erleben, den sie alle wahrlich nie mehr vergessen werden.

Während Charlie ein Junge ist, dem man nicht wünschen würde, dass er in den ärmlichen Verhältnissen aufwächst, in denen er lebt, sind die anderen Kinder, die die übrigen goldenen Tickets bekamen frech und verwöhnt. Entsprechend ihrer Eigenarten gerät jedes der verwöhnten Kinder in eine miese Situation. Nur Charlie, der durch seine bisher armen Familienverhältnisse quasi schon genug gestraft wurde in seinem Leben, geht positiv aus dem Rundgang durch die Fabrik hervor. Am Ende hat auch Willy Wonka, der entfremdet von seinem Vater lebt, dazugelernt. Gähn. Tatsächlich hatte ich am Ende das Gefühl, dass der Film eher „Willy Wonka und die Schokoladenfabrik“ hätte heißen sollen, denn irgendwie geht es doch die meiste Zeit letztlich um Willy Wonka, seine Lebensweise und seine Fabrik und nicht um Charlie Bucket.

Der Film bzw. die Fabrik ist in für Tim Burton typisch schrillen Farben gestaltet. Als Fan von Danny Elfmans Musik hatte ich mir zuerst die Musik mehrfach angehört, ehe dann zufällig der Film im Fernsehen lief. Ich weiß nicht, ob meine Eltern wussten, um was es in dem Film geht oder ob es ein Tim Burton Film ist bzw. in einigen Teilen ein Musical. Ich weiß nicht, was meine Eltern effektiv am meisten störte. Jedenfalls schalteten sie den Film nach kurzer Zeit ab. Ich sah ihn mir später alleine ganz an. Dabei hatte ich das Gefühl, dass die Musik von Danny Elfman alles zusammenhält und es insbesondere in der Fabrik letztlich nur von einem Lied zum nächsten ging. Ich mochte die Musik. Vor allem die ersten Stücke des Albums (die Stücke 1-5) sind lustig und so unterschiedlich, wie die Charaktere, um die es jeweils geht („Wonka's Welcome Song“, „Augustus Gloop“, „Violet Beauregarde“, „Veruca Salt“, „Mike Teavee“). Danny Elfman hat die Lieder selbst eingesungen und nach eigener Erzählung beim Schreiben der Lieder so heftige Lachanfälle gehabt, dass seine Frau öfters gekommen ist und geschaut hat, ob alles in Ordnung ist. Ich kann es mir gut vorstellen. Die Stücke sind „schräg“, peppig und dynamisch. Mit „Augustus Gloop“ wird aber schon deutlich, dass den Kindern nichts wirklich schlimmes passieren wird. Natürlich nicht! Es ist ein Kinderfilm und so ungezogenen die Kinder sind, wünscht ihnen niemand etwas böses („But don't, dear children be alarmed, Augustus Gloop will not be harmed, Augustus Gloop will not be harmed“). Die Nummern 13-15 („Loompa Land“, „The Boat Arrives“, „The River Cruise“) und 18 („The River Cruise – Part 2“) sind übrigens deutlich düsterere Titel. Es ist also durchaus nicht alles rein fröhliche Musik. Nach langer Zeit höre ich die Filmmusik gerade wieder, während ich diesen Blogeintrag schreibe.

Ich würde fast vorschlagen, man könnte sich den Film sparen und nur die Filmmusik anhören. Natürlich sieht man damit nicht, wie die Kinder sind oder wie sie in die Situationen geraten, die ihnen eine Lektion erteilen. Man erfährt alleine durch die Filmmusik auch nicht das Ende, wie es Willy Wonka und Charlie Bucket nach dem Rundgang durch die Fabrik ergeht. Ich mag Helena Bonham Carter, die als Mutter nur kurz im Film zu sehen ist und ich mag auch Freddie Highmore. Trotzdem würde ich persönlich mir viel lieber und gerne wiederholt die Filmmusik anhören, die ich alleine weitaus unterhaltsamer finde in ihren Klängen und Texten als den schrillen, vorhersehbaren Film öfters anzusehen. Vermutlich werden die meisten sich trotzdem nach der Filmmusik auch den Film ansehen wollen. Dazu kann ich nur sagen: Ansehen auf eigene Gefahr!


Dienstag, 10. Juli 2018

A Ghost Story: Die Musik

Schon kurz nachdem ich meinen letzten Beitrag veröffentlicht hatte, bekam ich das Gefühl, dass meine Filmbesprechung dem Film „A Ghost Story“ nicht so wirklich gerecht wurde. Also möchte ich diesen Eintrag nutzen, ein wenig mehr über die Musik zu schreiben.Wie ich schon im Eintrag zum Film geschrieben habe, stammt die Musik des Films von Daniel Hart.

Daniel Hart wurde 1976 in Emporia, Kansas in Amerika als Kind von Musikern geboren. Da wundert es wohl kaum, dass er mit 3 Jahren eine Geige bekam und sie seither nicht mehr los gelassen hat, wie er selbst sagt. Zur Filmmusik kam er über Freunde, für deren kleinen Projekte er die Musik lieferte.

Wenn er nicht gerade Filmmusiken komponiert, spielt und singt er in seiner Band: Dark Rooms. Das Lied „I Get Overwhelmed“ von der Band wird im Film benutzt. Anders als bei vielen Filmen ist es nicht einfach das Titellied oder so, sondern der Mann des Paares im Film ist Musiker und die Frau hört sich das Lied nach seinem Tod an. Elemente dieses Liedes sind in den anderen Liedern der Filmmusik zu hören.

Der Soundtrack ist meist ruhig und wie der Film insgesamt auf das Wesentliche beschränkt. Meiner Meinung nach ist der Soundtrack gut nebenbei zu hören, wenn man nicht in völliger Stille sein will und an etwas arbeitet (so wie ich jetzt an diesem Blog-Eintrag) oder wenn man ein wenig zur Ruhe kommen möchte.

Auch erwähnt werden sollte, dass Kesha das Lied „Last One“ schrieb, gespielt von Stereo Jane. Kesha ist d bei der „Party“-Szene im Film kurz zu sehen.

Hier ist eine unvollständige Liste der Stücke des Soundtrack-Albums, um sie einmal kostenlos hören zu können:

A Ghost Story (Original Motion Picture Soundtrack) (Nicht in der Playlist enthalten ist Nummer 9 vom Album, „Sciunt se Esse Mortui“ und Nummer 10, Keshas/Stereo Janes „Last One“.)

Häufig ist es so, dass für Trailer die Musik anderer Filme oder Lieder von Musikgruppen genutzt werden. Im Trailer von „A Ghost Story“ wird jedoch schon „I Get Overwhelmed“ angespielt. Schaut ihn euch an:


Ich denke, dadurch dass der Film eher ruhig und mit sehr sparsamen Dialog ist, hebt es die Musik insgesamt und „I Get Overwhelmed“ mehr hervor. Falls ihr Dark Rooms einmal nicht nur hören, sondern auch sehen wollt, wie sie „I Get Overwhelmed“ spielen, habe ich das


für euch gefunden.

Samstag, 30. Juni 2018

M&M: A Ghost Story

Der Titel wirkt offen und gerade heraus, worum es geht, eine typische Geistergeschichte, aber das ist "A Ghost Story" aus dem Jahr 2017 ganz und gar nicht. Geschrieben hat die Geschichte David Lowery, der auch Regie führte.

Erzählt wird die Geschichte eines jungen Paares (Rooney Mara und Casey Affleck), das in einem kleinen Haus lebt. Die Frau würde gerne ausziehen, aber der Mann möchte nicht. Er mag die Geschichte des Hauses, sagt er ihr. Sie erzählt ihm, dass sie als Kind viel umgezogen ist und jedes Mal einen kleinen Zettel beschriftet und in einer Ritze vom Haus versteckt, damit falls sie noch einmal wieder käme, etwas auf sie dort warten würde. Kurz bevor sie doch ausziehen, stirbt der Mann durch einen Autounfall. Die Frau sieht sich den toten Mann noch ein letztes Mal im Krankenhaus an und deckt ihn schließlich mit dem Laken ganz zu. Nachdem sie gegangen ist, wird der Körper unter dem Laken lebendig. Er ist ein Geist geworden. Bedeckt durch das Laken geht er erst durch das Krankenhaus und schließlich zurück zu seinem Haus, an das er scheinbar gebunden ist und nicht weg kann.

Er beobachtet seine trauernde Frau. Es ist irgendwie ein wenig belustigend und doch traurig, den Geist mit seinem Laken zu sehen, wenn er im Raum steht oder sitzt, sich kaum oder gar nicht bewegt. Als der Geist eines Tages aus dem Fenster schaut, sieht er im Nachbarhaus ebenfalls einen Geist am Fenster stehen. Sie reden kurz.

Mit der Zeit findet die Frau einen neuen Partner und zieht aus. Einer der wenigen Momente im Film, die etwas gruselig und typisch Poltergeist werden, als der Geist wütend (oder ist es neidisch?) wird. Normalerweise würden wir uns in solchen Momenten in Filmen gruseln. Hier hat die Szene eher etwas bitter süßes. Wie sie ihrem Partner vorher erzählt hat, versteckt die Frau auch jetzt einen beschrifteten Zettel in einer Ritze im Haus.

Eine Mutter zieht mit ihren zwei Kindern ein. Sie feiern Weihnachten. Doch mit dem Geist kommen sie nicht klar und nach einem weiteren Wutanfall des Geistes, bei dem Teller an die Wand fliegen, zieht die Familie wieder aus.

Schließlich wird das Haus platt gemacht. Der "Nachbargeist" ist bereit zu gehen. Nur "unser" Geist bleibt und ist auch immer noch dort, als statt des kleinen Hauses ein Hochhaus mit Büroräumen entstanden ist. Nachdem der Geist sich verzweifelt vom Hochhaus stürzt, findet er sich im 19. Jahrhundert wieder. Eine Familie von Siedlern möchte ein Haus bauen. Das Mädchen der Familie beschriftet einen kleinen Zettel, legt diesen auf den Boden und legt einen Stein darauf. Die Familie wird von amerikanischen Ureinwohnern getötet. Der Geist bleibt bei der Familie und sieht zu, wie der Körper des Mädchens nur noch Knochen sind.

Ob der Geist am Ende seinen Frieden findet und wie der Film aus geht, müsst ihr selbst anschauen. Ein Film mit dem Titel "A Ghost Story" würden Leute, die Horrorfilme nicht mögen sicher erst einmal meiden. Ich kann ihn aber wirklich jedem wärmstens empfehlen. Der Film ist überhaupt kein Gruselfilm und die beiden Momente, die Poltergeist-ähnlich werden, sind bereits oben erwähnt. Gruseliger wird es nicht. Statt dessen beeindruckt der Film durch seine ruhige Art, nicht zuletzt durch kaum Dialog, langen Szenen ohne Schnitt oder Kamerabewegung und einem sehr schönen Soundtrack von Daniel Hart. Außerdem ist der Film im Format 1.33 : 1, statt des üblichen 2.35 : 1. Das heißt, dass links und rechts schwarze Balken sind. Außerdem sind die Ecken rund, was dem Film insgesamt eine ganz eigene Atmosphäre gibt.

Ich kam erst neulich zufällig auf den Film, weil ich den Titel irgendwo im Internet in einer Liste von Filmen gelesen hatte. Sicherlich werde ich mir in nächster Zeit noch weitere Filme von David Lowery ansehen, nachdem mir jetzt "A Ghost Story" wirklich gut gefallen hat.

["Ain't Them Bodies Saints" (The Saints - Sie kannten kein Gesetz) ist ein weiterer Film von David Lowery, wieder spielen Rooney Mara und Casey Affleck mit und ja, Daniel Hart komponierte auch hier die Musik. Hab den Film noch nicht gesehen. Vielleicht sehe und bespreche ich ihn aber bald.]

Samstag, 28. November 2015

M&M: Operation: Kingdom

Liebe Leserinnen und Leser,

Operation: Kingdom (Original: The Kingdom) ist ein Film aus dem Jahr 2008. Ob ein Film gut oder schlecht ist, ist sicher immer auch Geschmackssache. Ich stieß auf den Film, weil ich den Komponisten Danny Elfman mag, der die Filmmusik für diesen Film geschrieben hat. Mehr zur Filmmusik weiter unten.

Den Film an sich finde ich nicht besonders gut bis eher sogar schlecht. Es ist länger her, dass ich ihn gesehen habe und viel wusste ich auf Anhieb gar nicht mal mehr, so dass ich erst einmal einiges wieder nachgelesen habe. Warum schreibe ich trotzdem über den Film, wenn er mir nicht gefallen hat? Am Ende des Films machen zwei Figuren eine Aussage, die die Absurdität von Kriegen deutlich machen. Das, was sie gesagt haben war für mich in dem Moment gruseliger und erschreckender als jede nur denkbare Kriegsszene. Aber fangen wir am Anfang an. Die Handlung des Films ist folgende:

Als Vorspann werden gewisse Schlüsselmomente der Beziehungen Saudi-Arabiens mit Amerika als kurzer Gang durch die Geschichte gezeigt von 1932 bis hin zu den Anschlägen am 11. September 2001.

Die eigentliche Handlung fängt mit einem Softballspiel von Amerikanern in Riad an, bei dem ein terroristischer Anschlag verübt wird und Amerikaner auch getötet werden. Eine Ermittlerin vom FBI erfährt während einer Besprechung, dass ihr Freund unter den getöteten Amerikanern ist. Ein Kollege flüstert ihr etwas ins Ohr, woraufhin sie sich beruhigt. Die beiden und andere FBI Agenten gehen nach Riad, um die Umstände und Beteiligten des Anschlags zu ermitteln. Gegen Ende geraten sie in einen Hinterhalt und einer der Gruppe wird entführt. Jedoch können die Entführer bis zu einem verlassenen Haus verfolgt werden, wo dann der Showdown stattfindet. Ein anwesender Großvater auf der Seite der Saudis wird tödlich verletzt. Er flüstert noch seinem Enkel etwas ins Ohr. Der Fall ist damit für das FBI erledigt und sie kehren nach Amerika zurück. Einer aus der Gruppe fragt seinen Kollegen und die Frau, was er damals bei der Konferenz geflüstert hat. Parallel dazu fragt die Tante der Saudis ihren Neffen, was der Großvater ihm vor seinem Tod ins Ohr geflüstert hat.

Achtung, wer den Film sehen möchte, sollte selbst entscheiden, ob ihr vorher schon wissen wollt, was sie geflüstert haben.


Beide antworten mit dem gleichen Satz: „Keine Angst, wir bringen sie alle um.“ (Don't fear them. We are going to kill them all.)

Operation Kingdom ist, aus meiner Sicht, ein recht typischer, amerikanischer Kriegs-Film. Ich persönlich stimme den negativen Kritiken zu, dass (mal wieder) Amerikaner sich mit diesem Film und mit viel Action letztlich nur selbst feiern und islamische Personen, wie so oft in letzter Zeit real und in Filmen, als Sinnbild des Bösen gelten. Es gibt hier zwar auch Ausnahmen in Operation Kingdom, aber die sind, meiner Meinung nach, fast bedeutungslos. Amerikaner sind die Größten und der Islam und Islamisten sind die Feinde. Finde ich höchst traurig, unnötig und letztlich überflüssig. Damals als ich den Film gesehen habe schon, und im Hinblick auf die aktuellen Konflikte, in die Amerika (wieder einmal) verwickelt ist, um so mehr. Ich habe mir den Film nur einmal angesehen, weil ich quasi die Bilder zur Filmmusik sehen wollte und der letzte Satz mich sehr beeindruckt hat. Die Sinnlosigkeit von Krieg ist damit, für mich jedenfalls, sehr treffend auf den Punkt gebracht.

Ein paar abschließende Worte nun zur Filmmusik: Danny Elfman ist vor allem durch seine Arbeit mit Tim Burton und seinen Filmen bekannt. Die Filmmusik hier ist deutlich anders. Sehr elektronische, insgesamt als schlicht laut zu bezeichnende Stücke wechseln sich ab mit ruhigeren (elektrische) Gitarrenklängen. Letztere haben wiederum wesentlich mehr Melodie und Struktur besitzen. Eine sehr ungewöhnliche Mischung, die man sicher so nicht unbedingt häufig anhören würde. Die elektronischen Stücke passen vermutlich vor allem eher zum Film als einfach so anzuhören. Die Gitarren-Stücke erinnern mich persönlich ein wenig in ihrer Art an den Soundtrack von „Thelma & Louise“ von Hans Zimmer.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Sonntag, 31. Mai 2015

M&M: Rezept zum Verlieben

Liebe Leserinnen und Leser,

nach den Löwenzahn-Rezepten, wenn es letzten Monat auch wohl passender gewesen wäre, scheint mir, dass der Film „Rezept zum Verlieben“ eine gute Ergänzung ist. In dem Film aus dem Jahr 2007 mit Catherine Zeta-Jones und Aaron Eckhart in den Hauptrolle wird nämlich viel gekocht!

Kate (Catherine Zeta-Jones) ist die Chefköchin in einem Restaurant und außerdem absolute Perfektionistin. Doch auch wenn sie hohe Maßstabe an sich und ihr gekochtes Essen hat, kann sie Kritik an ihrer Person oder ihrem Essen überhaupt nicht gut ab. Das geht so weit, dass ihre Chefin Paula (Patricia Clarkson) sie schließlich zu einem Therapeuten schickt.

Ihre perfekt durchorganisierte Welt wird schließlich auf eine harte Probe gestellt, als ihre Schwester und desseren 9 Jahre alte Tochter, Zoe (Abigail Breslin), einen Autounfall haben. Nur Zoe überlebt und Kate beschließt das Mädchen zu adoptieren. Kate gibt sich große Mühe, Zoe mit außergewöhnlichem Essen zu verwöhnen. Dabei vergisst sie offenbar, dass Kinder nicht unbedingt extravagante Dinge essen wollen. Zu allem Überfluss wird Kate in der Küche ein neuer Koch als Unterstützung zur Seite gestellt: Nick (Aaron Eckhart). Nick hat einen ganz anderen Stil zu Kochen (mit Musik!) und sprüht vor Begeisterung und Leidenschaft. Natürlich passt das Kate so gar nicht in den Kram. Es braucht seine Zeit, bis Nick nicht nur das Essen erwärmt hat, sondern auch Kate's Herz. Ein entscheidender Moment ist sicherlich, als Zoe einmal das Restaurant und die Küche besucht und Nick es mit Spaghetti schafft, das Mädchen endlich mit Genuss zum Essen zu bewegen.

Paula ist schließlich so zufrieden mit Nicks Arbeit im Restaurant, dass sie ihm das Angebot macht, Kate als Chefköchin abzulösen. Wird Nick das Angebot annehmen und was hält Kate von der Möglichkeit, eventuell nicht mehr die Nummer 1 in der Küche zu sein?

„Rezept zum Verlieben“ ist ein Remake des Films „Bella Martha“ aus dem Jahr 2001. Die Namen sind anders und das Ende ebenfalls. Mir persönlich gefällt das unmittelbare Ende von „Rezept zum Verlieben“ besser. Das Ende von „Bella Martha“ ist mir etwas zu sehr fantastisch, wenn auch nicht völlig unrealistisch. Catherine Zeta-Jones hat als Vorbereitung auf den Film einen Abend als Bedienung in einem Restaurant gearbeitet. Natürlich mussten Catherine Zeta-Jones und Aaron Eckhart außerdem lernen, wie sie „professionell“ z. B. Gemüse schneiden und Bratgut in Pfannen wenden. Im Making-Of sagt Aaron Eckhart, dass Szenen, in denen sie Kochen und Dialog zu sprechen hatten besonders schwer waren. Einerseits professionell aussehen, was schwer genug ist für jemanden, der es eben nicht als Profi macht und gleichzeitig Text aufsagen, war nicht immer so leicht, wie es für den Zuschauer aussehen mag.

Ein manchmal etwas trauriger, meist aber sehr humorvoller Film über ein bisschen Kochen und Küche, vor allem aber über Familie und das Leben, wie es (leider) nicht im Kochbuch steht. Sicher wünschen wir alle uns mit Kate, dass wir in manchen Situationen eine Art Kochbuch für das Leben hätten, damit wir uns danach einfach richten können, statt unser eigenes Rezept Lebenssituationen zu finden.

Natürlich hat der Film durch „Nick“ einige Lieder, die angespielt werden. Für die tatsächliche Filmmusik war ansonsten Philip Glass verantwortlich. Wobei ein Thema immer wieder zu hören ist, das von Mark Isham aus dem Film „Das Haus am Meer“ (Life As A House), nämlich die Melodie des Liedes „Building A Family“. Mir gefällt die Melodie sehr. Es ist eines meiner zwei absoluten Lieblingsstücke aus dem Soundtrack Album. In „Rezept zum Verlieben“ kommt die Melodie aber so oft vor, dass ich fast das Gefühl habe, der Film würde so gut wie nur diese Melodie und von „Nick“ gespielte Musik haben. Bei allem Respekt vor Philip Glass, zumal es sicher nicht seine Schuld ist, sondern letztlich die Entscheidung des Regisseurs, aber ich höre kaum bewusst Melodien von ihm heraus, wenn ich den Film ansehe.

Bis zum nächsten Blog,
sarah


Donnerstag, 25. Dezember 2014

Himmliche Musik

Liebe Leserinnen und Leser,

ich höre eher wenig "reine" klassische Musik. Wenn höre ich mehr Filmmusik. Filmmusik spricht mich mehr an, weil gute Filmmusik auch ohne die Bilder eine eigene Geschichte erzählt.

Vor Jahren kam dann mein Interesse für Zauberei wieder und ich entdeckte Derren Brown. In seiner Bühnenshow "Something Wicked This Way Comes" findet der zweite Akt damit an, dass er eine Frau aus dem Publikum zu sich holte, sie an den Tisch auf der Bühne setzte, einen Holzblock unterschrieb für sie mit Widmung und sich dann einen Nagel in die Nase bzw. durchs Nasenloch hämmerte. Abschließend schlug er den Nagel in den Holzblock (perfekt abgestimmt auf die Musik, die spielt) und gab ihn der Frau als Geschenk. Das ganze geschieht fast ohne Sprache, er flüstert lediglich, wenn sie den Nagel festhalten soll bzw. als er nach ihrem Namen fragt für die Widmung. Untermalt wird das Ganze von Beethoven's fünften Klavierkonzert, im englischsprachigen Raum auch bekannt als "The Emperor". Es ist ein seltsamer Anblick, wenn jemand sich einen Nagel in die Nase schlägt, obwohl ich mir bewusst bin, dass dieser Akt keine Zauberei, kein Trick, sondern real möglich ist. Wer solche Bilder nicht gut sehen kann, sollte das Video anklicken und wegschauen oder die Augen schließen. Alle anderen können natürlich auch die Augen schließen und nur die Musik genießen. Das Stück selbst ist das mittlere der drei Teile, etwa 9 Minuten lang. Wer das gesamte Klavierkonzert hören will und noch nicht gehört hat, sei gewarnt: der Übergang vom zweiten zum dritten Teil ist sehr abrupt und sehr laut.

Der zweite Teil ist, nicht zuletzt durch Derren Brown, mein Lieblingsteil. Obwohl geübte Leute keinen Schmerz empfinden, sich einen Nagel in die Nase zu schlagen, ist es trotzdem für mich Inbegriff von Entspannung und vor allem Schmerzfreiheit geworden.

Ihr seid gewarnt worden, Derren Brown schlägt sich einen Nagel in die Nase und zwar hier:

https://www.youtube.com/watch?v=fNbnuZR2wd4

Das zweite, meiner Meinung nach, göttliche Stück, hörte ich in dem Film "Master & Commander". Eine Crew ist auf einem Schiff unterwegs. Wobei der Kapitän gerne Geige und der Arzt Cello spielen. Vorzugsweise und sehr zum Verdruss der Rest der Mannschaft, spielen sie klassische Stücke. Wodurch auch auf der CD zum Soundtrack neben der Filmmusik, wenigstens Auszüge der klassischen Stücke zu hören sind. Genialer Film mit der Kombination von klassischen Stücken durch den Kapitän und Arzt übrigens. Normalerweise spielen die beiden immer zusammen. Entsprechend sind alle Stücke auch für Violine und Cello. Nur nicht als sie Halt machen auf den Galapagosinseln, um den verwundeten Arzt zu behandeln und Ruhe zu gönnen. Der ist auf der Insel, auf dem Land und unter vielen interessanten, neuen Tieren in seinem Element. Das ist der einzige Moment, in dem ein bekanntes Stück nur für Cello erklingt, nämlich Bachs Cello Suite No. 1 in G Major, BWV 1007.

Mein Lieblingsstück allerdings ist zu hören, als sie einen Matrosen leider aufgeben müssen, eine gekürzte Version (von etwa 16 Minuten auf knapp 5 Minuten gekürzt) von "Fantasia on a theme by Thomas Tallis" von Ralph Vaughun Williams. Ist etwas umständlich, ich weiß. Thomas Tallis lebte so um 1500 bis 1580 rum und hat eine Hymne komponiert. Vaughun Williams ist etwa um 1890 geboren und ungefähr 1960 gestorben. Er hat sich sehr für englische Volkslieder interessiert und war von der Hymne von Tallis inspiriert. Vaughun Williams komponierte sein wunderbares Stück 1910 und es wurde auch im gleichen Jahr zum ersten Mal in der Gloucester Kathedrale aufgeführt. Das Besondere dabei ist, dass die Musiker nicht alle zusammen sitzen, sondern ein Teil von ihnen in kleinerer Besetzung etwas abseits. Das hat Vaughun Williams für den Klang-Effekt gemacht. In dem Link, den ich gleich noch gebe, ist die Besetzung wie zur Uraufführung, übrigens auch in der Gloucester Kathedrale, mit der räumlichen Aufteilung zu sehen. Ich finde unglaublich spannend zu hören, wie die hohen Streicher anfangs ihre Melodie anspielen und die tiefen Streicher zupfend reagiert. Die Streicher brauchen eine ganze Weile, bis sie zueinander finden und richtig gemeinsam spielen.

Ich bin keine Musik-Theoretikerin. Andere könnten noch viel mehr zu dem Stück erzählen. Wen von euch es interessiert, der wird sicher selbst darüber lesen. Eine sehr aufschlussreiche quasi Audio-Dokumentation/Besprechung habe ich selbst zufällig gefunden. Sie dauert etwa 45 Minuten. Wer sie hören will, kann sich gerne bei mir melden. Für heute soll es genug an Erklärungen sein.

Hier nun die himmlische "Fantasia on a theme by Thomas Tallis" von Ralph Vaughun Williams: https://www.youtube.com/watch?v=ihx5LCF1yJY

In diesem Sinne: himmlische Weihnachten euch allen!

Wenn ihr wollt, könnt ihr gerne in den Kommentaren eure eigene Lieblingsklassik vorstellen

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Montag, 23. Dezember 2013

Meine Weihnachtslieder "Liste" 2013

Liebe Leserinnen und Leser,

die "üblichen" Weihnachtslieder sind eine Weile ganz nett für mich. Ich mag es lieber ungewöhnlich. Hier ein paar Lieder, die ich habe und höre, die weihnachtlich sind:

"Christmas Time Will Soon Be Over" von Jack White

Zum ersten Mal hörte ich es im Film bzw. Soundtrack von "Cold Mountain". Eine peppige, fröhliche Melodie, mal was anderes als die vielen langsamen Weihnachtslieder. Das Lied erzählt von einer Gruppe, die wenn die Weihnachtszeit bald vorbei ist, der Band beitreten will.

(Im Videolink Royal Albatross. Konnte leider kein Video bzw. Audio mit Jack White finden, youtube sperrt einiges für Deutschland, GEMA Richtlinien...):
http://www.youtube.com/watch?v=qPoJE92yvvM

"Christmas In Hollis" von Run DMC

Dieses Lied lernte ich durch den Film "Stirb Langsam" kennen. Bruce Willis wird in einer Limousine vom Flughafen zum Geschäftsgebäude gefahren, wo seine Frau arbeitet und wohin auch er eingeladen ist. Er beschwert sich noch, dass das doch kein Weihnachtslied ist und es ist klangmäßig auch Rap und damit weit entfernt, was wir für Klänge und Musik für Weihnachten erwarten. Aber wie der Fahrer Bruce Willis erklärt "Das ist Weihnachtsmusik!" Der Text erzählt die Geschichte von jemanden, der zu Weihnachten im Park ist und jemanden scheinbar mit seinem Hund sieht. Der Hund stellt sich als Rentier heraus, dem es gar nicht gut geht und der Mann neben dem Rentier ist nicht irgendwer, sondern der Weihnachtsmann.

Hier das Musikvideo zum Lied:
http://www.youtube.com/watch?v=OR07r0ZMFb8

"The Stowaway" von Murray Gold/gesungen von Yamit Mamo

"Doctor Who" Fans könnten dieses Lied vom 10. Doctor (David Tennant) kennen. Es findet sich auf dem Soundtrack zur 3. Staffel. Mir gefällt es, weil es eine fröhliche, dynamische Melodie hat. Obwohl der Text eher etwas traurig ist. Der Erzähler berichtet von einem "stowaway" auf seinem Schiff. "Stowaway" ist im Englischen ein blinder Passagier. Was der Doctor in "Voyage of The Damned", wo das Lied gespielt wird, auch ist. Er befindet sich in dieser Weihnachtsepisode nämlich auf der Titanic. Der Stowaway des Liedes will unbedingt Weihnachten bei seiner Geliebten sein.

Auf youtube gibt es das Lied zu hören:
http://www.youtube.com/watch?v=hoXF6H_venI

"Christmas Hell" (Variante von "Jingle Bells") von Danny Elfman

Kein Lied in dem Sinne, eher eine kurze Werbung von Danny Elfman, dem Komponisten der Filmmusik von "Nightmare Before Christmas" mit seiner ganz eigenen Variation von "Jingle Bells". Mehr zu "Nightmare Before Christmas" später... Ich dachte, ich füge sie hier ein, auch wenn es kein richtiges Lied ist:

http://www.youtube.com/watch?v=YcgtOkj9ubU

"White Wine In The Sun" von Tim Minchin

Ein Weihnachtslied? Oder eher ein Lied an und für seine kleine Tochter? Oder beides? Ich mag Tim Minchin, wie sicher auch schon aus anderen Einträgen ersichtlich wurde und ich mag dieses Lied. Er ist Australier und in Australien gibt es zu Weihnachten natürlich keinen Schnee. Weiß ist bei ihm nur der Wein.

Im Video gibt er das Lied als Zugabe, ich glaube während seiner "Ready For This" Tour:
http://www.youtube.com/watch?v=7iwfLN4K1hA

Habt ihr Weihnachtslieder, die ihr gerne hört? Wenn ja welche?

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Sonntag, 19. August 2012

Stolz und Vorurteil

Liebe Leserinnen und Leser,

wie sehr unsere Meinung von etwas beeinflusst ist von Vorannahmen, um nicht zu sagen Vorurteilen konnte ich vor 2 Abenden selbst feststellen. Freitag lief Blood Diamond im Fernsehen. Ich kannte ihn schon, aber wollte ihn ganz bewusst noch einmal sehen. Vor allem kenne ich jetzt eine ganze Reihe schauspieler, die mir beim ersten Mal zumindest nicht so bekannt waren.

Ich hatte keine Erinnerung, wer die Filmmusik komponiert hatte, aber Hans Zimmer "in Verdacht". Ich mag ihn nicht. Seine Musik ist mir oft zu gewaltig, was in und für Blockbuster passen mag, aber die Musik ohne Film nur zu hören ist mir oft zu anstrengend. Die wenigen Soundtracks, die ich von ihm habe, höre ich mittlerweile gar nicht mehr. Ab und zu höre ich mal eine Remix Version vom Titelsong von "Gladiator": "Now We Are Free (Juba's Mix)" von Gladiator - More Music From The Motion Picture, eine der beiden "Gladiator" CD's. Früher habe ich sie öfters gehört. Sie gefällt mir besser als die andere CD und enthält Stücke, die Hans Zimmer zwar komponiert hat, es aber nicht in den Film "geschafft" haben. Außerdem gibt es ein paar Stücke, die Dialoge aus dem Film enthalten. Selbst wenn ich die "bessere" der beiden CDs probiere, komme ich nicht über die ersten 3 Stücke hinaus. Ich überspringe alles bis zu den letzten 2 Stücken. Das war's dann wieder.

Sherlock Holmes aus dem Jahr 2009 und Inception habe ich lange erst nicht ansehen wollen, weil eben Hans Zimmer die Filmmusik gemacht hat. Ich weiß, ich bin blöd.  (Die Filmmusik zum ersten Sherlock Holmes ist übrigens genau was ich erwartet hatte von Hans Zimmer: viel von anderen Filmen und viel Wiederholung. Ganz konkret "Der dritte Mann" und das so oft, das es mir regelrecht langweilig bis nervig wurde, schon im Film. Ein paar Male konnte ich doch trotzdem auch nur die Filmmusik hören und fand es da okay).  Den zweiten Sherlock Holmes, Sherlock Holmes: Spiel im Schatten, aus dem Jahr 2011 habe ich nicht gesehen, weil mich die Geschichte nicht so interessiert hat. Vielleicht sehe ich ihn mir doch mal an. Inception und der erset Sherlock Holmes waren aber echte Proteste. Ich hatte nicht die geringste Lust auf Hans Zimmer.

Zurück zu Blood Diamond. Ich hatte also Hans Zimmer im Kopf und einige Male, wo mir die Musik auch bewusster war, gefiel sie mir nur teilweise. Manches Mal war sie ganz gut, ich musste es zugeben. Insgesamt mögen kam natürlich nicht in Frage, obwohl einiges ganz gut war. Dann war der Film zuende. Und? Musik: James Newton Howard. Autsch. Er hat mit Hans Zimmer an Batman Begins und The Dark Knight zusammen gearbeitet. James Newton Howard hat beiden Filmen in der Musik das Emotionale gegeben, was Hans Zimmer nicht kann, weil er nur "gewaltig Blockbuster und Action" kann. James Newton Howards wunderbar minimalistischer Soundtrack zu The Village - Das Dorf ist mir sein liebster. Er hat also die Fimmusik zu Blood Diamond gemacht? Ich werde sie mir mal bald ohne Film anhören.

Ich erzählte am Samstag meiner Mutter von der quasi Verwechlsung und wie ich dadurch erst jetzt die Filmmusik mag. Sie grinste und sagte: "Siehst du. Kannst du mal sehen, wie unsere Vorurteile uns beeinflussen." Ich konnte nur zurück grinsen und nicken.

 Der "Stolz"-Teil dieses Blogs ist folgendes: James Newton Howard hatte, wie bereits erwähnt für die ersten beiden Batman Filme die Filmmusik mit Hans Zimmer komponiert. Er hat aber nicht beim dritten und letzten Teil komponiert, sondern Hans Zimmer alleine. Warum? Ich hatte neulich im Internet zufällig gelesen, dass James Newton Howard wohl von Christopher Nolan erwartet hatte, Inception gemeinsam mit Hans Zimmer zu komponieren, wie eben die beiden Batman Filme davor. Nolan hat ihn aber nicht gefragt. Ob also aus Trotz, oder Stolz oder was auch immer, jedenfalls hat Howard abgelehnt, für den letzten Batman Film die Musik zu schreiben. Wie egoistisch. Schade.

Bis zum nächsten Blog,
sarah