Samstag, 19. Dezember 2015

Glückskekse

Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin zu Silvester immer bei gewissen Freunden und bringe bei der Gelegenheit immer gerne eine Kleinigkeit mit. Mittlerweile bringe ich immer Knicklichter (gibt’s in jedem guten 1-Euro-Shop) und habe vorletztes Jahr und das Jahr davor gebrannte Nüsse gemacht. Jahre davor überlegte ich mir einmal, dass ich Glückskekse selbst machen könnte. Dem reinen Rezept nach sind sie recht einfach zu machen. Meine Schwester, die geübter ist im Backen, half mir dabei das Eigelb und Eiweiß zu trennen und später die einzelnen Kekse auf das Blech zu bringen und wieder vom Blech zu nehmen. Der wirklich schwierige Teil dabei ist, dass man schnell arbeiten muss, da der Teig einerseits eine gewisse Festigkeit haben muss, um die Kreise, die man auf das Backblech packt, in die typische Form zu bringen und man muss ja noch den Zettel reinlegen. Andererseits sind die Kekse frisch aus dem Backofen sehr heiß und wenn man zu lange wartet, sind sie hart und man kann sie nicht mehr richtig formen.

Ich weiß nicht mehr, welches Rezept ich tatsächlich benutzt habe, aber das folgende von chefkoch.de ist ein Beispiel, wie es typischerweise gemacht wird. Ich spare mir das Kopieren vom Rezept hier rein und gebe euch lieber einfach den Link:


Die Sprüche dazu würde ich vorher schon aussuchen, entweder per Hand schreiben oder am Computer und dann ausdrucken und ausschneiden. Ich weiß nicht mehr, welche Sprüche ich benutzt habe. Es gibt bei der Suchmaschine eurer Wahl bestimmt viele Seiten mit Sprüchen für Glückskekse. Sucht euch einfach Sprüche, die euch ansprechen.

Eine kleine Anmerkung zu meinen Keksen habe ich noch: ich wollte natürlich vor meinem Besuch bei den Freunden einen Testlauf (oder eher Testbacken) machen. Also habe ich ein paar Kekse nur für uns als Familie gemacht, aber schon auch mit den Sprüchen in den Keksen. Eine kleine Schale mit den Keksen hatte ich dann im Wohnzimmer stehen und mein Vater, der von den Keksen nichts wusste, sah sie und steckte sich einen komplett so wie er war in den Mund. Ich schrie entsetzt auf, dass da noch ein Stück Papier drin wäre! Er fummelte mit dem Finger das Papier aus seinem Mund und warf es ohne einen weiteren Blick darauf in den Mülleimer. Nach diesem Erlebnis warnte ich an Silvester meine Freunde und jeden, der nach den Keksen griff, dass diese auch einen Zettel enthielten. Anders als für meinen Vater, schien das für die Freunde ganz selbstverständlich und sie aßen ihren Keks mit der entsprechenden Vorsicht. ;-)

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Samstag, 28. November 2015

M&M: Operation: Kingdom

Liebe Leserinnen und Leser,

Operation: Kingdom (Original: The Kingdom) ist ein Film aus dem Jahr 2008. Ob ein Film gut oder schlecht ist, ist sicher immer auch Geschmackssache. Ich stieß auf den Film, weil ich den Komponisten Danny Elfman mag, der die Filmmusik für diesen Film geschrieben hat. Mehr zur Filmmusik weiter unten.

Den Film an sich finde ich nicht besonders gut bis eher sogar schlecht. Es ist länger her, dass ich ihn gesehen habe und viel wusste ich auf Anhieb gar nicht mal mehr, so dass ich erst einmal einiges wieder nachgelesen habe. Warum schreibe ich trotzdem über den Film, wenn er mir nicht gefallen hat? Am Ende des Films machen zwei Figuren eine Aussage, die die Absurdität von Kriegen deutlich machen. Das, was sie gesagt haben war für mich in dem Moment gruseliger und erschreckender als jede nur denkbare Kriegsszene. Aber fangen wir am Anfang an. Die Handlung des Films ist folgende:

Als Vorspann werden gewisse Schlüsselmomente der Beziehungen Saudi-Arabiens mit Amerika als kurzer Gang durch die Geschichte gezeigt von 1932 bis hin zu den Anschlägen am 11. September 2001.

Die eigentliche Handlung fängt mit einem Softballspiel von Amerikanern in Riad an, bei dem ein terroristischer Anschlag verübt wird und Amerikaner auch getötet werden. Eine Ermittlerin vom FBI erfährt während einer Besprechung, dass ihr Freund unter den getöteten Amerikanern ist. Ein Kollege flüstert ihr etwas ins Ohr, woraufhin sie sich beruhigt. Die beiden und andere FBI Agenten gehen nach Riad, um die Umstände und Beteiligten des Anschlags zu ermitteln. Gegen Ende geraten sie in einen Hinterhalt und einer der Gruppe wird entführt. Jedoch können die Entführer bis zu einem verlassenen Haus verfolgt werden, wo dann der Showdown stattfindet. Ein anwesender Großvater auf der Seite der Saudis wird tödlich verletzt. Er flüstert noch seinem Enkel etwas ins Ohr. Der Fall ist damit für das FBI erledigt und sie kehren nach Amerika zurück. Einer aus der Gruppe fragt seinen Kollegen und die Frau, was er damals bei der Konferenz geflüstert hat. Parallel dazu fragt die Tante der Saudis ihren Neffen, was der Großvater ihm vor seinem Tod ins Ohr geflüstert hat.

Achtung, wer den Film sehen möchte, sollte selbst entscheiden, ob ihr vorher schon wissen wollt, was sie geflüstert haben.


Beide antworten mit dem gleichen Satz: „Keine Angst, wir bringen sie alle um.“ (Don't fear them. We are going to kill them all.)

Operation Kingdom ist, aus meiner Sicht, ein recht typischer, amerikanischer Kriegs-Film. Ich persönlich stimme den negativen Kritiken zu, dass (mal wieder) Amerikaner sich mit diesem Film und mit viel Action letztlich nur selbst feiern und islamische Personen, wie so oft in letzter Zeit real und in Filmen, als Sinnbild des Bösen gelten. Es gibt hier zwar auch Ausnahmen in Operation Kingdom, aber die sind, meiner Meinung nach, fast bedeutungslos. Amerikaner sind die Größten und der Islam und Islamisten sind die Feinde. Finde ich höchst traurig, unnötig und letztlich überflüssig. Damals als ich den Film gesehen habe schon, und im Hinblick auf die aktuellen Konflikte, in die Amerika (wieder einmal) verwickelt ist, um so mehr. Ich habe mir den Film nur einmal angesehen, weil ich quasi die Bilder zur Filmmusik sehen wollte und der letzte Satz mich sehr beeindruckt hat. Die Sinnlosigkeit von Krieg ist damit, für mich jedenfalls, sehr treffend auf den Punkt gebracht.

Ein paar abschließende Worte nun zur Filmmusik: Danny Elfman ist vor allem durch seine Arbeit mit Tim Burton und seinen Filmen bekannt. Die Filmmusik hier ist deutlich anders. Sehr elektronische, insgesamt als schlicht laut zu bezeichnende Stücke wechseln sich ab mit ruhigeren (elektrische) Gitarrenklängen. Letztere haben wiederum wesentlich mehr Melodie und Struktur besitzen. Eine sehr ungewöhnliche Mischung, die man sicher so nicht unbedingt häufig anhören würde. Die elektronischen Stücke passen vermutlich vor allem eher zum Film als einfach so anzuhören. Die Gitarren-Stücke erinnern mich persönlich ein wenig in ihrer Art an den Soundtrack von „Thelma & Louise“ von Hans Zimmer.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Mittwoch, 18. November 2015

Ein wahrscheinlich bedeutungsloses Statement

Liebe Leserinnen und Leser,

ich hatte bereits seit längerem überlegt, mir ein bestimmtes T-Shirt bei amazon zu bestellen. Vor Jahren las ich ein Buch, das teilweise zur Zeit des Vietnam-Kriegs spielt. Es gab entsprechende Proteste und ich las dann zum ersten Mal den Spruch „Fight for freedom is like fucking for virginity“ (Kämpfen für die Freiheit ist wie Sex haben für die Jungfräulichkeit). Der Spruch gefiel mir, denn er spiegelt den Irrsinn von Krieg wider. Insbesondere bei den aktuellen Kriegen, schien mir ein T-Shirt mit diesem Spruch eine gute Idee. Zugegeben, wenn irgendwelche Sprüche auf T-Shirts einen Krieg verhindern oder irgendwas anderes wirklich bewirken würde, wäre das mehr als schön. Mir ist bewusst, dass so ein T-Shirt letztlich gar nichts bringt. Noch in der Nacht der Anschläge in Paris, habe ich trotzdem nach einem T-Shirt auf amazon geschaut und das folgende gefunden und wie man sieht erhalten. Seid gnädig, was das Foto von mir angeht. Ich mache selten Selfies und noch seltener mit Selbstauslöser. Unter dem Eintrag hier findet ihr noch den Link zu amazon für das T-Shirt, wenn ihr selbst Interesse habt, es zu kaufen. Es ist nicht ganz der Spruch, den ich gelesen hatte, aber es ist ähnlich genug. Denn auf dem T-Shirt steht: „Bombing for peace is like fucking for virginity“ (Bomben werfen für den Frieden ist wie Sex haben für die Jungfräulichkeit).

Beim Thema Sinn und Sinnlosigkeit von gewissen Aktionen denke ich immer wieder an folgende Aussage von dem Schriftsteller und politischen Aktivisten Ward Churchill ein, auch wenn sie möglicherweise ein wenig im Widerspruch zu dem T-Shirt Spruch steht:

"What I want is for civilization to stop killing my people's children. If that can be accomplished peacefully, I will be glad. If signing a petition will get those in power to stop killing Indian children, I will put my name at the top of the list. If marching in a protest will do it, I'll walk as far as you want. If holding a candle will do it, I'll hold two. If singing protest songs will do it, I'll sing whatever songs you want me to sing. If living simply will do it, I will live extremely simply. If voting will do it, I'll vote. But all of those things are allowed by those in power, and none of those things will ever stop those in power from killing Indian children. They never have, and they never will. Given that my people's children are being killed, you have no grounds to complain at whatever means I use to protect the lives of my people's children. And I will do whatever it takes."

Freie Übersetzung von mir:

Was ich will ist, dass die Zivilisation aufhört die Kinder meiner Leute zu töten. Wenn das friedvoll erreicht werden kann, werde ich froh sein. Wenn Petitionen unterschreiben dazu führen wird, dass die Machthaber aufhören, indianische Kinder zu töten, werde ich meinen Namen zu oberst auf die Liste setzten. Wenn ein Protestmarsch das erreicht, werde ich so weit laufen, wie du willst. Wenn eine Kerze halten das erreicht, werde ich zwei halten. Wenn Protestlieder singen das erreicht, werde ich jedes Lied singen, das du möchtest, dass ich es singe. Wenn einfach leben dies erreichen wird, werde ich extrem einfach leben. Wenn wählen dies erreichen wird, werde ich wählen. Aber all diese Dinge, sind von den Machthabern erlaubt, und keines dieser Dinge wird jemals die Machthaber dazu bringen, aufzuhören, indianische Kinder zu töten. Das haben sie niemals und das werden sie niemals. Da die Kinder meiner Leute getötet werden, hast du keine Grundlage, dich über die Mittel zu beschweren, die ich nutze, um das Leben der Kinder meiner Leute zu beschützen. Und ich werde tun, was auch immer nötig ist.

Bis zum nächsten Blog,
sarah



Mit Selbstauslöser gemacht, also bitte gnädig sein mit Urteilen über das Foto

Freitag, 6. November 2015

Kürbismarmelade

Liebe Leserinnen und Leser,

während die meisten meiner Bekannten sich auf Kürbisse stürzen, um Kürbissuppe zu machen, ziehe ich es vor andere Wege zu gehen und mache Kürbismarmelade. Super einfach, super schnell, super lecker!

Zutaten:
1 Butternusskürbis
1 Packung 500 g Gelierzucker 2:1
2-4 Tassen Wasser
Zusätzliche Zutaten nach Belieben

Außerdem braucht ihr einen Pürierstab.

Viele nutzen für Kürbissuppe den Hokkaidokürbis. Ich habe die Marmelade letztes Jahr damit gemacht. Es geht, aber ich finde, dass der Hokkaido hart und umständlich ist. Ich empfehle daher den Butternuss, der weicher und länglicher ist. Vorteil außerdem beim Butternuss: Kerne und Fasern sind nur im unteren Bereich und überschaubar wenige, während der Hokkaido „überall“ Kerne und Fasern hat, da er rundlich ist.

Übrigens: bei beiden Kürbis-Arten kann die Schale mit gekocht und gegessen werden! Wenn ihr andere Sachen mit dem Kürbis kocht als die Marmelade, empfiehlt es sich unter Umständen die Schale vom Kürbis zu entfernen und separat als erstes ein wenig vor zu kochen, weil die Schale härter ist als der Rest, der weniger lang bräuchte.

1.) Halbiert den Kürbis und entfernt aus beiden Hälften die Kerne und Fasern. Ich nehme dazu am liebsten eine Esslöffel und kratze alles damit heraus. Die Hälften teilt ihr noch einmal in zwei Hälften und dann diese Hälften noch einmal. Also insgesamt dreimal teilen. Die Streifen, die ihr dabei raus bekommt, schneidet ihr kleiner, dass ihr Würfel habt. Das müssen keine kleinen, feinen Würfel sein. Bedenkt allerdings: je größer die Stücke, desto weniger können sie im nächsten Schritt weich kochen. Also nicht zu groß schneiden, aber auch nicht winzig klein.

2.) Die Kürbis Würfel kommen in einen großen Topf zusammen mit ein paar Tassen Wasser. Das Wasser ist nur dazu da, damit alles etwas schneller weich kocht. Es müssen also keine Tassen exakt abgemessen werden. Bringt das Ganze auf höchster Stufe zum Kochen. Wenn es halbwegs gleichmäßig sprudelt stellt euch einen Wecker auf 10 Minuten. Ab und zu zwischendurch umrühren. Deckel auf den Topf, wenn ihr wollt. Muss aber nicht.

3.) Wenn die 10 Minuten um sind, den Topf von der Platte nehmen und die Kürbis-Stücke mit dem Pürierstab zerkleinern. Wer mag, kann natürlich einige Stücke grober lassen.

4.) Anschließend den Topf wieder auf den Herd stellen, den Gelierzucker hinzufügen und unter rühren zum Kochen bringen. Das Rühren ist wichtig, da sonst evtl. der Zucker die Marmelade bzw. den Topf anbrennt. Anfangs kann die höchste Stufe gewählt werden. Die Masse wird aber dickflüssig und kann gegen Ende der Kochzeit unter Umständen spritzen, dann lieber etwas runter drehen. Wenn die Masse gleichmäßig sprudelt den Wecker auf 5 Minuten stellen.

Wenn die Minuten abgelaufen sind, kann die Marmelade direkt in Gläser abgefüllt werden. Alternativ kann (vorsichtig!) ein wenig Zimt nach Geschmack hinzugefügt werden. Es kann schnell zu viel Zimt werden. Passt also lieber auf, nimmt wenig und probiert zwischendurch. Man kann auch gleich als erstes mit den Kürbis-Würfeln schon Apfelstücke oder ein Glas Apfelmus oder einen geriebenen Apfel hinzufügen oder was euch selbst einfällt als Ergänzung.
Wie ihr seht: die Marmelade braucht gerade mal 10 + 5 Minuten Kochzeit. Wenn der Kürbis einmal geschnitten ist, ist das aufwändigste vom Rezept schon erledigt. Die Marmelade ist also so etwas wie eine 15-Minuten-Marmelade.

Amerikanische Rezepte im Internet fügen statt Gelierzucker normalen weißen Zucker hinzu, je nach Geschmack entweder die gleiche Menge oder etwas weniger als das Gewicht vom geschnittenen Kürbis. Ich habe es bisher nur mit dem Gelierzucker gekocht.

Habt ihr schon mal Kürbis-Marmelade gekocht? Wenn ja, wie macht ihr sie?

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Samstag, 31. Oktober 2015

M&M: The Devil's Backbone

Liebe Leserinnen und Leser,

The Devil's Backbone aus dem Jahr 2001 ist ein weiterer toller Film von Guillermo del Toro. Er ist im Grunde sowas wie der erste Teil von Pans Labyrinth, den ich bereits besprochen habe. Ich habe zuerst Pans Labyrinth gesehen und daher die „umgekehrte“ Besprechung, auch wenn The Devil's Backbone davor kommt. Während Pans Labyrinth kurz nach Ende des spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) angesiedelt ist, spielt The Devil's Backbone während des spanischen Bürgerkriegs.

Der Film erzählt die Geschichte von Carlos, der in ein Waisenhaus kommt, dass fern ab von der Stadt liegt. Er freundet sich mit einigen Jungen an und erfährt, dass es einen Geist geben soll, der in dem Waisenhaus spukt. Geleitet wird das Haus von Dr. Casares und Carmen. Beide sympathisieren mit den Republikanern und bunkern Gold für die Republikaner. Der Angestellte Jacinto ist in dem Waisenhaus aufgewachsen und hinter dem Gold her.

Im Verlauf des Films erfährt man, dass Jacinto bereits einmal das Gold an sich nehmen wollte, aber dabei von einem Jungen, Santi, überrascht wurde. Jacinto schubste Santi so heftig, dass dieser fiel und sich am Kopf schwer verletzte. Um diesen Vorfall zu vertuschen, beschwerte Jacinto Steine am Körper des sterbenden Jungen und warf ihn in ein Versorgungsbecken im Haus. Seither spukt Santi als Geist im Waisenhaus.

Als der Krieg auch dem Waisenhaus näher kommt, beschließen Dr. Casares und Carmen mit den Kindern und dem Gold das Waisenhaus zu verlassen. Jacinto, der das Gold wieder an sich reißen wollte, wurde kurz vorher aus dem Waisenhaus gejagt. Er kommt aber wieder und will sich rächen, indem er in der Küche mit Benzin einen Brand legt. Es kommt zu einer heftigen Explosion, bei der Carmen und einige Kinder sterben. Auch Dr. Casares ist schwer verletzt und stirbt wenig später.

Jacinto kommt am nächsten Tag für das Gold wieder. Aber die überlebenden Kinder beweisen, ähnlich wie in Pans Labyrinth unglaublichen Mut und Einfallsreichtum und setzen sich gegen den Erwachsenen zur Wehr. Wie und ob es ihnen gelingt, das müsst ihr selbst sehen.

Ähnlich wie auch in Pans Labyrinth ist The Devil's Backbone visuell von den Bildern her sehr schön gestaltet, finde ich. Obwohl Santi als Geist im Waisenhaus ist, würde ich The Devil's Backbone nicht als Geister-Film bezeichnen. Es ist, so seltsam es klingen mag, für mich eher ein Film mit einem Geist, als ein Geister-Film. Der Geist hat von seiner Gestalt eher etwas von einem Zombie mit langsamen, unbeholfen wirkenden Bewegungen. Er hat wenig von den sonst typisch für Geistern hellen Durchsichtigkeit, sondern ist dunkel gehalten und Blut kommt noch immer in Form einer Art Dampfwolke aus seinem Kopf. Obwohl er ein Geist ist und damit keine feste Gestalt, also theoretisch nicht verletzen könnte, strahlt er vom Aussehen und der Art zunächst etwas unheimliches und bedrohliches aus. Erst als deutlich wird, dass er im Grunde nicht böse ist, ändert sich das. Ein erfrischend anderer Geist, als ich es sonst gewohnt bin. Überhaupt: wer oder was ist ein Geist? Was ist ein Geist auch außerhalb der traditionellen Vorstellung in Literatur oder Film? Das ist eine Frage, um die es in The Devil's Backbone geht.

The Devil's Backbone ist insgesamt ein eher ruhiger Horror-Film und setzt mehr auf Atmosphäre als Effekte. Freunde von Blutlachen und Slasher-Filmen dürften hier eher enttäuscht werden. Der sehr reale Horror kommt hier nicht vom Geist, sondern von einzelnen Erwachsenen und durch den Krieg. In ähnlicher Weise ist das später auch in Pans Labyrinth zu sehen.

Um beim Thema des Films zu bleiben: welche Bedeutung hat für euch ein Geist? Schreibt es mir in den Kommentaren, wenn ihr wollt.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Apophis

Liebe Leserinnen und Leser,

Apophis ist ein erdnaher Asteroid, der 2004 entdeckt wurde und in dem Jahr entsprechend für Aufregung sorgte. Anfangs hieß es nämlich, dass er der Erde sehr nah kommen würde. Mittlerweile sind mehr Daten über ihn bekannt und die Flugbahn konnte genauer berechnet werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes mit der Erde ist sehr, sehr gering bis eher unwahrscheinlich.

Jetzt fragt ihr euch vielleicht, wann Apophis der Erde so gefährlich oder ungefährlich nah kommen wird? Aktuellen Berechnungen nach ist das am 13. April 2029 der Fall. Nicht lachen, wenn ich euch den Wochentag nenne, denn es ist allen Ernstes ein Freitag, der 13.

Als Kind war ich, natürlich, skeptisch, ob an einem Freitag, den 13. schlimme Dinge passieren würden. Aber in der Grundschule hatten wir eine Probe für einen Auftritt von unserer Blockflöten Gruppe an einem Freitag, den 13. und die Probe ist ohne Probleme verlaufen. Damit habe ich schon früh meine Bedenken gegenüber diesem speziellen Tag verloren.

Was könnte passieren, wenn der Asteroid doch der Erde zu nah kommt oder sogar mit ihr zusammenstößt? Nun, das hängt vom Eintrittswinkel ab und dem Ort des Aufpralls. Wenn er in tiefes Wasser fällt, muss mit hohen Tsunamis gerechnet werden. Obwohl der Asteroid durchaus Potential hat, einen gewissen Schaden anzurichten, wenn er mit der Erde zusammenstößt, wird nicht davon ausgegangen, dass er eine globale Katastrophe anrichten könnte. Wie gesagt, nach aktuellem Stand gibt es ohnehin keinen Zusammenstoß. Wir werden wohl Freitag, den 13. April 2029 abwarten müssen, um sprichwörtlich zu sehen, was passiert.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Dienstag, 6. Oktober 2015

Schneller lesen

Liebe Leserinnen und Leser,

einige Leser haben mehr oder weniger schon auf diesen Eintrag gewartet. Hoffentlich kann ich euch nun endlich helfen. Ich denke, dass es keine „die eine“ Methode gibt, um schnell oder schneller zu lesen. Mit diesem Beitrag möchte ich euch einige Gedanken mitteilen und verschiedene Ansätze vorstellen.

Manche behaupten, dass es länger dauert, die Worte mit dem Mund zu formen, als sie einfach nur über die Augen wahrzunehmen. Damit meine ich nicht unbedingt, dass laut gelesen werden müsste. Auch das unbewusste Formen der Worte im Gedanken kostet Zeit.

Grundsätzlich sollte man sich vor dem Lesen Gedanken machen, was man mit dem Text machen will und wofür man den Text liest. Ich habe mir meine Methode schnell zu lesen selbst erarbeitet aus einer Mischung von verschiedenen Ideen und Anregungen. Mir sind also bestimmte Fachbegriffe oder Bezeichnungen für die Arten zu lesen nicht bekannt. Mir geht es hier nur darum, Ideen weiterzugeben, die mir helfen.

Wir hatten im Studium ein Seminar zum wissenschaftlichem Arbeiten gehabt, in dem die Dozentin uns darauf hinwies, dass wir erst Überschriften anschauen sollten für einen ersten groben Überblick. Bei Büchern hilft da natürlich das Inhaltsverzeichnis gut. (Wenn es um wissenschaftliche Texte geht oder Sachbücher, habe ich gemerkt, dass ein Blick auf die letzten Seiten bzw. Zeilen ebenfalls hilfreich ist. Die meisten guten Sachbücher und Fachbücher sowieso, sollten ein Literaturverzeichnis haben, wo sichtbar ist, wie aktuell die genutzte Literatur für das Buch überhaupt noch ist. Je nach Thema schaue ich auch gerne, ob bestimmte Autoren und ihre Werke eingeflossen sind oder nicht.) Der nächste gute Hinweis war, dass Texte unmittelbar bei Grafiken oder Diagrammen immer auf diese eingehen. Man kann sich also den Text sparen und die Grafiken und Diagramme so anschauen und selbst erarbeiten.

Wie sehr vertraust du deinem Unbewussten, dir beim Lesen zu helfen und nützlich zu sein? Kennst du vielleicht auch schon diese Studie hier?


Abhängig davon wie gut wir lesen können, fällt es leichter oder schwerer, diesen „Buchstabensalat“ der Studie zu entwirren und sinnvoll zu lesen. Texte sind im Allgemeinen kein solcher Buchstabensalat und dadurch noch einfacher aufzunehmen. Anfangs ist es ungewohnt, aber mit Übung nimmt man mehr wahr und kann Worte schneller aufnehmen.

Vielleicht war es bei euch in der Grundschule ähnlich wie bei mir. Wir sollten anfangs den Finger unter die Zeile bzw. die Worte legen, die wir gerade lasen. Für meine Methode Texte schneller zu lesen nutze ich das Lesezeichen längs gelegt unter der Zeile, die ich gerade lese, um die Zeile schneller durchgehen zu können und nicht zu verrutschen.

Manche schlagen vor, dass man einen gewissen Teil am Anfang einer Zeile liest und einen Teil am Ende der Zeile. Unser Gehirn würde sich den Mittelteil quasi denken können. Ob es stimmt oder nicht, weiß ich nicht. Mein Gedanke dazu wäre, dass man durch diese Methode sehr mit den Augen springt. Nämlich jeweils von Anfang zu Ende zu Anfang zu Ende der Zeile. Mein Gefühl sagt mir, dass eine ruhigere Bewegung der Augen für mich persönlich angenehmer ist.

Der Zauberer Derren Brown hat vor Jahren eine Serie „Trick or Treat“ gemacht, in der er Teilnehmer eine blinde Wahl zwischen einem positiven Erlebnis (trick) oder einem eher düstereren Erlebnis (treat) gegeben hat. Glen Brighton ist ein durchschnittlicher Mann, der Spaß an pub quizzes hat. Derren Brown hat ihn für ein bestimmtes Quizz angemeldet und will Brighton dafür entsprechend vorbereiten, um den ersten Platz zu machen. Das heißt, er muss viel lesen und Wissen verinnerlichen in einer sehr begrenzten Zeit. Derren Brown lässt ihn dafür die Finger zu einer Faust machen und dann den kleinen Finger und Zeigefinger ausstrecken. Glen Brighton soll sich nur auf den Bereich zwischen den ausgestreckten Fingern konzentrieren. Mir persönlich erscheint das eine sinnvollere Augenbewegungen mittig im Text herunter, statt auf Anfang und Ende einer Zeile zu konzentrieren. Auch ist es vermutlich mehr Text, der auf diese Weise wahrgenommen und verarbeitet werden kann.

Falls ihr die Sendung dazu sehen wollt: Teil 1, ca. 10 Minuten: https://www.youtube.com/watch?v=ycHhiv5g_8k und Teil 2, ebenfalls ca. 10 Minuten: https://www.youtube.com/watch?v=DcVCrALes58.

Ich mache es oft so, dass ich mein Lesezeichen, wie oben beschrieben, nutze um in der Zeile zu bleiben und ohne explizit jedes Wort zu lesen die Zeile komplett entlang gehe mit den Augen. Es ist kein direktes Lesen, mehr ein visuelles Aufnehmen der Worte mit den Augen. Ich garantiere euch, dass ihr alleine mit dieser Methode schneller Texte aufnehmen könnt. Vertraut darauf, dass ihr nicht jedes einzelne Wort genau braucht, um den Inhalt zu verstehen. Einzelne wichtige Worte werdet ihr sowieso wahrnehmen. Vertraut darauf, dass ihr nicht jedes Detail braucht, um das Ganze zu verstehen. So wie viele Sprachlehrer in der Schule davon reden, dass man bei einem fremdsprachigen Text oder Film nicht jedes Wort genau verstehen muss. Fangt langsam an. Nutzt ein Lesezeichen, so wie ich, oder eventuell für den Anfang auch euren Finger für die einzelnen Worte. Geht gleichmäßig die Zeilen durch und nehmt die Worte auf, ohne exakt zu lesen.

Wenn ihr einen Text nach bestimmten Informationen durchlesen wollt oder sollt, macht euch der Worte bewusst. Habt ein Bild von ihnen im Kopf. Und dann ist es wie in diesen Kreuzworträtseln, wo scheinbar Buchstabensalat in einem Quadrat ist und ihr vorgegebene Worte senkrecht oder waagerecht oder sonst wie, wieder finden müsst. Wenn ihr das Wort „Hund“ finden müsst, solltet ihr besser nicht jede Zeile nach „Hund... Hund...Hund...“ absuchen, sondern nach „h“ und wenn ihr ein „h“ habt, dann schauen, ob drumherum ein „u“ zu finden ist. Wenn nicht, geht es weiter zum nächsten „h“ oder es gilt zu schauen, ob dem „u“ ein „n“ folgt. Das geht so kurz, weil das Quadrat nur wenige Buchstaben hat.

Für einen längeren Text mit Sätzen macht es natürlich mehr Sinn, doch „größer“ zu suchen. Ich garantiere euch, dass wenn ihr ein großes „q“ sucht in dem vorigen Absatz, euch das Wort „Quadrat“ selbst beim sprichwörtlichen „Überfliegen“ von dem Absatz anspringen wird. Schaut euch den Absatz zum Versuch einmal an und vertraut eurem Unbewussten dabei. Das große „Q“ ist ungewöhnlich genug als Wort. Es wird euch auffallen. Doch auch wenn ihr ein großes, eher unauffälligeres „B“ finden wollt, wie zum Beispiel in „Buchstaben“, werdet ihr diese Worte in dem obigen Absatz finden. Ihr müsst nur im Kopf haben, wie das große „B“ aussieht und wonach ihr sucht. Habt ein Bild vom „B“ im Kopf und macht euch auf die Bildersuche. Mit etwas Übung könnt ihr auch unbekannte Texte nach Informationen absuchen, selbst die, die ihr nicht konkret im Kopf habt und irrelevante Worte verschwinden aus eurer bewussten Wahrnehmung. Das passiert ganz automatisch, so wie manchmal manchmal ein Wort zweimal hintereinander im Text stehen kann, ohne dass es beim unbewussten Lesen auffällt und erst, wenn man aufmerksam gemacht wird. Oder ist euch aufgefallen, dass ich im Satz davor „manchmal“ zweimal hintereinander geschrieben habe? Wenn ihr wollt, schreibt es mir in den Kommentaren oder auch, ob euch meine Tipps geholfen haben.

Bis zum nächsten Blog,
sarah