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Sonntag, 24. August 2014

Gefühle zeigen

Liebe Leserinnen und Leser,

Arno Funke dürfte deutschen Lesern unter Umständen noch bekannt sein unter seinem Namen "Dagobert", den er sich als Kaufhaus-Erpresser zwischen 1988 und 1994 selbst gab. Er arbeitete als Lackierer von Motorrädern und Sportwagen. Um sich einen Neustart in Selbstständigkeit zu finanzieren, erpresste er Kaufhäuser. Später sagte er, die eingeatmeten Lösungsmittel während der Lackarbeiten hätten sein Gehirn verändert und zu Depression geführt. In seiner Autobiografie (Mein Leben als Dagobert) schreibt er, dass der schleichende Prozess in die Depression und Gefühllosigkeit ihm damals nicht bewusst war. Seine Festnahme und Therapie, die dazu führten dazu, dass er wieder Zugang zu seinen Gefühlen bekam. Dadurch konnte er auch wieder zeichnen und kreativ sein.

Sherlock Holmes und sein Bruder Mycroft werden als eher gefühllos dargestellt. In der BBC Serie "Sherlock" gibt es eine Szene in "Ein Skandal in Belgravia" (A Scandal in Belgravia, Staffel 2, Episode 1) wo Sherlock und Mycroft in der Leichenhalle vom St. Bartholomew's Hospital in London zusammen stehen. Sherlock hat gerade eine Leiche als Irene Adler identifiziert. Im Treppenhaus hört Sherlock Trauernde vorbei gehen. "Es geht ihnen allen so nah. Fragst du dich je, ob irgendwas mit uns nicht stimmt?", fragt Sherlock seinen Bruder. Denn obwohl Sherlock Irene Adler vorher getroffen hat und auf gewisse Weise von ihr fasziniert war, scheint ihr Tod jetzt zu Weihnachten weder ihn, noch Mycroft irgendwie zu berühren. "Alles Leben endet. Alle Herzen werden gebrochen. Mitgefühl bringt keinen Vorteil. Sherlock", antwortet Mycroft drauf. Ein bisschen Mitgefühl zeigt Mycroft trotzdem, denn er gibt seinem kleinen Bruder eine Zigarette und das, obwohl Sherlock eigentlich bemüht ist, mit dem Rauchen aufzuhören.

Sherlock Holmes ist sicherlich eine erfundene Person. Daher ist fraglich, wie realistisch so ein gefühlloser Mensch ist. Wobei Soziopathen tatsächlich kein Mitgefühl haben und insofern abgeschottet sind von ihren Gefühlen, insbesondere anderen gegenüber.

So schwer und nervig es manchmal auch ist, von Gefühlen überwältigt zu sein. Letztlich ist es wahrscheinlich doch besser und menschlicher, Gefühle zu haben und sie zu zeigen. Den Spruch von wegen "Indianer kennen keinen Schmerz" und deshalb dürften vor allem Jungen nicht weinen, ist völlig absurd. Mädchen und Frauen sind wohl allgemein emotionaler. Sie sind letztlich für die Versorgung der Kinder meist hauptverantwortlich. Da macht es Sinn, dass sie besonders Gefühle zeigen können und bei anderen, bei den Kindern, erkennen und entsprechend reagieren. Das heißt trotzdem nicht als Konsequenz, dass Jungen und Männer deshalb die "Starken" sein müssen und gar keine Gefühle zeigen sollten. Gefühle gehören zum Leben. Gefühle gehören zum Menschsein. Ob es uns gefällt oder nicht. Auf Dauer wäre es nicht gut, Gefühle zu verstecken oder immer nur runter zu schlucken. Wie im Fall von Arno Funke, führt so etwas eher zu negativen Entwicklungen und dabei geht uns einiges verloren. Auch wenn Gefühle manchmal blockieren und überwältigen und wir nicht mehr klar denken können, obwohl wir es uns wünschen würden. Gefühle sind wie ein Fluss, sie verändern sich. Eine Situation, die uns in einem Moment völlig fertig macht, wird mit der Zeit besser verkraftet und dann geht es weiter.

Falls ihr doch einmal deprimiert oder depressiv sein wollt, befolgt wenigstens Charlie Brown's Rat:

http://www.mmdiesein.de/ARCHIV/BLOG/Peanuts-Depressionen.jpg

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Freitag, 20. Dezember 2013

Nachtrag: Habt kein Mitleid, aber Mitgefühl!

Liebe Leserinnen und Leser,

Susanne war so lieb, mich auf etwas wichtiges hinzuweisen bezüglich meines letzten Eintrages: es gibt einen Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl. Darauf möchte ich jetzt näher eingehen. Vielen Dank auch Lisa für den anregenden Austausch!

Mitleid ist für mich, was ich in meinem letzten Beitrag beschrieben habe. Die Professorin hat keine Arme. Ich gehe in meiner Vorstellung davon aus, dass wir Arme bräuchten. Sie hat keine Arme, also bemitleide ich sie. Doch wie ich schon geschrieben habe, scheint es zumindest so, als wäre die Professorin trotzdem zufrieden, auch ohne Arme! Es gibt also keinen Grund lange traurig oder entsetzt oder was auch immer zu sein. Ihr geht es gut, so wie es ist. Mir scheint, als hat Mitleid viel mit Annahmen zu tun, die wir anstellen. Diese Annahmen sollten überprüft werden und nach Möglichkeit anschließend gehandelt werden. Ein bisschen wie Sherlock Holmes. Es wäre schlecht in einer Annahme fest zu stecken und das war's dann.

Mitgefühl ist etwas anderes. Bei Mitgefühl kann jemand im ersten Moment geschockt oder entsetzt sein. Zum Beispiel zu erfahren, dass mir mein rechter Fuß fehlt. Ein wichtiger nächster Schritt könnte sein, zu fragen ob oder wie ich Hilfe brauche. Wenn ich erkläre, dass ich normal gehen, laufen und Rad fahren kann, ist es für alle auch wieder in Ordnung, dass ich nur einen Fuß habe. Hilfe bräuchte ich nur beim Schwimmen. Weil ich dafür die Prothese abnehmen muss. Das heißt, ich muss an den Rand vom Schwimmbecken oder nah ans Meer mit der Prothese, aber dann sollte die Prothese vom Wasser entfernt bleiben, damit sie nicht völlig nass wird. Wenn ich dann wieder aus dem Wasser komme, brauche ich die Prothese und jemand muss sie mir holen oder mir helfen, dass ich zur Prothese komme.

Das ist wichtig und nötig. Grundsätzlich kommen die Professorin und ich klar mit unserer Behinderung. Es ist auch in Ordnung für einen Moment zu bedauern, dass uns Arme bzw. ein Fuß fehlt. Wichtig ist die langfristigere Reaktion und Umgang damit. Dass wir, wenn wir Hilfe brauchen nicht nur Menschen um uns haben, die unsere Situation bedauern und sich nicht trauen zu helfen oder aus welchen Gründen auch immer nicht reagieren. Wenn wir einmal Hilfe brauchen ist es wichtig, dass wir verständnisvolle Menschen haben, die uns helfen.

Im sozialen Bereich oder unter Menschen im Bereich Kommunikation wird oft der Begriff "Empathie" benutzt. Erkennen und verstehen, was der andere fühlt. Das bedeutet unter Umständen auch gemeinsam weinen. Das ist wichtig und richtig. Sollte aber nur eine begrenzte Zeit sein. Danach ist es wichtig gemeinsam zu überlegen, wie es weiter gehen kann. Das ist ganz wichtig. Denn wenn jemand wirklich in einer schlechten Situation ist, braucht die Person Hilfe und nicht nur jemanden, der mit ihr weint. Auch wenn es heißt: geteiltes Leid ist halbes Leid. Noch besser ist, wenn das Leid ein Ende hat und gemeinsam lässt sich aus einer schlechten Situation oft besser und schneller heraus kommen als alleine.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Habt kein Mitleid!

Liebe Leserinnen und Leser,

viele Menschen, gerade die ich über das Internet kennen lerne, tut es leid, wenn sie erfahren, dass ich behindert geboren wurde. Mir fehlt von Geburt an mein rechter Fuß. Aber, wie ich den Menschen immer wieder erkläre: ich kann normal laufen, rennen, Rad fahren mit einer Prothese. Trotzdem ist die erste Reaktion von vielen: "Das tut mir leid." Warum überhaupt? Manchmal sage oder schreibe ich ihnen dann, dass sie wahrscheinlich mehr Mitleid mit mir haben, als ich mir jemals selbst leid tue.

Vor Jahren, während meines Studiums, hatte ich einige Seminare bei einer Professorin, die keine Arme hatte. Auch wenn ich mich nie getraut habe, sie direkt zu fragen, vermute ich, dass sie wegen Contergan keine Arme hat. Einmal war ihr Sohn im Seminar und wir erfuhren durch Erzählungen, dass sie einen zweiten Sohn hat. In einer Gesprächsrunde in einem Seminar erzählte sie, dass sie nie das Bedürfnis gehabt hätte, jemanden zu umarmen. Die Reaktion bei allen von uns war sicher erst einmal Schock. Wir sind so gewohnt, andere zu umarmen. Sei es zur Begrüßung oder zum Trost. Und sie hat doch zwei Söhne! Natürlich hätte ich das Bedürfnis meine Söhne zu umarmen, zu trösten, in den Arm zu nehmen und das kleine Kind zu wiegen. Nicht? Und doch wirkt sie wenigstens zufrieden mit ihrem Leben. Sie hatte ja selbst gesagt, sie hätte nie das Bedürfnis gehabt, jemanden zu umarmen. Warum also empfinde ich Mitleid mit ihr, dass sie, vor allem ihre Söhne, nicht umarmen konnte und kann? Ich glaube, wir haben schnell Mitleid mit anderen, wenn wir erfahren oder sehen, dass etwas, das für uns existiert und möglich ist, für andere nicht existiert oder nicht möglich ist. Aber was hilft da Mitleid? Gar nichts.

Meine Vermieterin und Freundin meiner Eltern, somit wohl auch von mir, erzählte mir neulich, dass sie einem ihrer Söhne Geld geben sollte. Das Geld wäre von einer anderen Person gekommen, die es allerdings nicht gegeben hatte, so dass auch der Sohn sein Geld rechtzeitig hätte haben können. Als der Sohn also nach dem Geld fragte, musste sie ihm mitteilen, dass sie das Geld nicht hätte... und entschuldigte sich bei ihm, dass es ihr leid täte. Im Gespräch mit mir stellte sie, im Nachhinein in Frage, warum es ihr denn leid getan hat. Es war doch nicht ihre Schuld, dass der andere das Geld nicht rechtzeitig gegeben hatte!

Hört auf euch selbst leid zu tun und vor allem hört auf, andere zu bemitleiden! Keiner hat etwas davon. Wer in einer misslichen Lage ist, der braucht Hilfe, kein Mitleid. Wenn ihr helfen wollt und die andere Person echte Hilfe braucht, helft. Mehr ist nicht zu machen. Alles andere endet in Bedauern eurerseits und dann? Dann fühlt ihr euch schlecht. Das hilft weder euch, noch der anderen Person.

Bis zum nächsten Blog,
sarah

Freitag, 29. November 2013

Es werde Lightman

Liebe Leserinnen und Leser,

um Hypnose zu machen und besonders Hypnotherapie, gehört es dazu den Klienten zu beobachten. Sherlock Holmes würde dem sicher auch zustimmen. Wichtig ist nach Inkongruenz zu schauen. Das ist, wenn der Körper dem gesprochenen Wort widerspricht. Vielleicht habt ihr das schon in eurem Leben erlebt. Normalerweise, vermute ich, haben wir ein komisches Gefühl. „Etwas“ ist nicht ganz richtig. Ich bin mit einem Freund zusammen und ihn frage, ob er zu mir kommen will. Sein Mund sagt „ja“, aber er schüttelt den Kopf „nein“. Was denn nun?

Ein gewisser Albert Mehrabian hat ein Experiment gemacht und herausgefunden, dass wir, wenn jemand inkongruent ist, seine non-verbalen und verbalen Mitteilung auseinandernehmen. Nach Mehrabian sind etwa 55% Körpersprache allgemein, 38% ist Sprache (wie schnell es gesagt wird und ähnliche Dinge) und nur 7% ist, was tatsächlich gesagt wurde. Das heißt, dass wenn wir Zweifel haben und jemand inkongruent ist, wir dazu tendieren, den non-verbalen Aspekten und Körpersprache mehr als der tatsächlichen Sprache zu trauen. Mehrabian fand das 1971 heraus. Leute zitieren noch immer gerne diese Studie. Aber sie zitieren sie dabei schlecht. Sie lassen dabei aus, dass seine Studie über Inkongruenz war und sagen, dass wir den Worten immer zu nur 7% trauen. Das ist falsch! Ich vermute, dass dieses falsche Zitieren und Falschinterpretation passiert, wenn Leute aus der Studie ziehen, was ihnen gefällt und andere Leute zitieren, was diese Leute wiederum zitiert haben aus der Studie. Ich glaube, dass eher wenige Leute die ursprüngliche Geschichte gelesen haben, aber sie weit übers Internet (falsch) zitieren. Das ist so traurig.

Eine andere Person, die es wert ist erwähnt zu werden, wenn beim Thema Körpersprache, Inkongruenz und Lügen ist Paul Ekman. Er ist der führende Experte von Täuschung und Lügen. Laut Ekman gibt es 7 Grundemotionen, die bei allen Menschen der Welt gleich sind. Das sind:

Wut: http://www.poptower.com/lie-to-me-picture-5708.htm

Verachtung: http://www.poptower.com/lie-to-me-picture-5709.htm
Ekel http://www.poptower.com/lie-to-me-picture-5710.htm
Furcht: http://www.poptower.com/lie-to-me-picture-5711.htm
Freude: http://www.poptower.com/lie-to-me-picture-5712.htm
Traurigkeit: http://www.poptower.com/lie-to-me-picture-5713.htm
Überraschung: http://www.poptower.com/lie-to-me-picture-5714.htm

Die obigen Bilder zeigen Tim Roth und sind wurden als Teil der Fernsehserie “Lie To Me” gemacht, in der er den Täuschungsexperten Dr. Cal Lightman spielt. Er wurde Paul Ekman nachempfunden, der auch als Berater der Sendung arbeitete. Also ist „Lie To Me“ nicht einfach eine möchte-gern-Wissenschaftsendung. Viel der Wissenschaft der Sendung ist wirklich wahr und funktioniert echt. FOX, die mittlerweile LTM mitten in der 3. Staffel abgesetzt hat, entfernte außerdem Paul Ekman's Blog, wo er Aspekte seiner Wissenschaft in fast allen Episoden erklärte. Ausgenommen sind nur einige wenige Episoden, in denen keine Besonderheiten im Bezug auf seine Wissenschaft aufkam. Ihr könnt die Kommentare und vieles mehr jetzt hier nachlesen: http://www.paulekman.com/lie-to-me/

Ich selbst habe bisher nur “Warum Kinder lügen” (Why Kids Lie) von Paul Ekman gelesen. Es ist ein schönes Buch. Vor allem fand ich interessant, dass das Buch praktisch ein Familienprojekt war. Paul machte den Anfang, dann übernahm sein Sohn aus der Sicht von Kindern zu schreiben, inklusive einiger Empfehlungen, was Eltern machen sollten oder können. Und dann schrieb seine Frau, die als Anwälting gearbeitet hat, die letzten Kapitel.

Was mich an Körpersprache und Lügen Erkennung fasziniert ist der Aspekt von sogenannten Mikroausdrücken. Das sind sehr kurze Ausdrücke, in denen wir unsere wirklichen Emotionen zeigen und sie dann hinter anderen Ausdrücken zu verstecken. Paul Ekman kann das besser erklären als ich, also lass ich ihn hier reden: http://www.youtube.com/watch?v=EXm6YbXxSYk
Ich denke, es ist hilfreich die Wissenschaft der Gesichtsausdrücke zu kennen. Wahrscheinlich müssen wir es nicht zur Perfektion bringen, Mikroausdrücke zu sehen. Die Wissenschaft der der Gesichtsausdrücke zu kennen kann trotzdem helfen. Lightman gibt das Argument am Ende der zweiten Episode der ersten Staffel. In der ersten Episode bekommen sie eine neue Mitarbeiterin, Ria Torres, die ein Naturtalent ist. Sie kann Gesichtsausdrücke, inklusive Mikroausdrücke, sehen und korrekt lesen ohne formelles Training. Lightman scheint ein bisschen genervt von ihr und ärgert sie ein wenig in der zweiten Episode. Es gibt Szenen, in denen Torres nichts sagt, aber Lightman liest ihr Gesicht und sie zeigt negative Emotionen. Sie gibt es ihm in der letzten Szene zurück, als sie sein Gesicht liest. Er aber zuckt nur mit den Schultern. Als sie ihn einen Lügner nennt, sagt er ihr lediglich, dass sie sich daran gewöhnen sollte. Dinge zu sehen ist eine Sache. Er sagt ihr, dass sie ohne die Wissenschaft nicht in der Lage wäre, das Gesamtbild zu sehen und Menschen verletzt werden. Ich muss ihm zustimmen, dass wir mit der Wissenschaft im Hinterkopf, ein tieferes Verständnis bekommen.

Paul Ekman schuf Programme, damit man sich üben könnte Gesichtsausdrücke zu erkennen, genau so wie Mikroausdrücke. Wenn ihr Interesse habt an solchen Dingen, schaut einmal auf seine Website.

Eine Sache über Lügenerkennung: Es ist eine weit akzeptierter Mythos, dass Lügner den Blickkontakt zu einem unterbrechen. Die Idee dahinter ist, dass Lügner einem nicht über längere Zeit in die Augen schauen können. Möglicherweise, weil man ihm ansehen könnte, dass er lügt. Tatsächlich sagt Blickkontakt nichts darüber aus, ob eine Person lügt oder die Wahrheit sagt. Wie Lightman und seine Kollegen wiederholt klarstellen: das wichtigste ist, eine Grundlage zu haben. Eine Art Bezugspunkt, der einem sagt, wie die Person in einer relativ entspannten Lage ist. Wenn man nicht weiß, wie die Person in einer relativ entspannten Lage ist, ist es nicht möglich, irgendwas über die Person festzustellen. Wenn die Person eine zittrige Hand hat, selbst in einer small talk Situation, ist es wahrscheinlich ein normales Verhalten für die Person und hat nichts mit Nervosität zu tun oder Ungeduld oder irgendwas in der Art. Wenn die Person ruhige Hände hat in einer small talk Situation und die Hand zittert bei ernsteren Themen, ist es wahrscheinlich, dass jetzt etwas los ist. Aber eine zitterige Hand als solches sagt gar nichts aus. Ähnlich wie wenn jemand seine Arme und Beine gekreuzt hat, heißt dies nicht unbedingt Ablehnung. Stellt fest, wie die Person sich gibt, wenn ihr denkt, dass sie relativ entspannt ist und in die Wahrheit sagt. Macht die Person dann etwas anderes und bricht mit diesem Verhalten in einer allgemeinen Art, kann dies Anzeichen sein, dass Informationen zurückgehalten werden und/oder Lügen.

Der britische Zauberer, oder selbst ernannter „psychologische Illusionist“ Derren Brown bringt dieses Argument auch auf in seinem Buch „Tricks Of The Mind“, wenn er darüber schreibt, wie man Lügen erkennt. Er erklärt auch einen Trick/ein Experiment, dass ihr mit jeder Person machen könnt, die bereit ist mitzumachen. Wenn man die drei Hauptsinne nimmt, haben wir visuell (sehen), auditiv (hören) und kinästhetisch (fühlen). Fragt eine Person etwa fünf Fragen dieser Sinne. Sie sollen euch die Wahrheit sagen. Es können wirklich einfache Fragen sein. Stellt fest, wie sich ihre Augen bewegen. Wenn ihr denkt, dass ihr deren Muster wisst, könnt ihr sie eine Reihe von Dingen fragen (sagen wir wieder fünf) und eine soll eine Lüge sein. Die Lüge ist dann die, wo sie ihr gewohntes Muster von „Wahrheit sagen“, wie ihr es vorher festgestellt habt, ändern.

Derren Brown macht ein scheinbar noch interessanter und mysteriöser wenn er der Person sagt, sie soll die Antworten nur denken und nicht laut sagen. Hier ist ein Video von Derren Brown, wie er den Trick mit Autoverkäufern macht: http://www.youtube.com/watch?v=Gi2cvop3vbM

Macht es mit Derren mit und entscheidet selbst, welche die Lügen sind. Noch einmal: geht nicht ausschließlich nach Blickkontakt halten oder nicht halten. Blickkontakt oder nicht ist kein Anhaltspunkt für Lügen oder die Wahrheit!

Der Blogtitel heute kommt von... ihr habt es erraten, Cal Lightman. In der 2. Episode von Staffel 3, sehen wir, wie er Probleme hat, sein neues Buch zu schreiben. Stattdessen prokrastiniert er total, indem er Bohnen auf Toast macht um 4 Uhr morgens und sogar den Feueralarm auslöst, als ihm der Toast anbrennt. Er ist abgelenkt mit einem Video, das er auf seinem Laptop anschaut. Also kommt seine Tochter Emily runter, um zu sehen, was los ist. Sie schlägt ihm vor, einfach irgendeinen Satz zu schreiben. Lightman lehnt ihren ersten Satz ab, also tippt er in seinen Laptop: „Es werde Lightman.“ (Let there be Lightman.) und präsentiert es mit ausgestreckten Armen in einer Art „Ta-da!“ Pose. Emily sagt ihm, er sollte einen Ghostwriter engagieren und entscheidet sich, wieder ins Bett zu gehen. Ich liebe die Szenen mit den beiden. Manchmal scheint Emily erwachsener als ihr Vater. Er macht oft, was ihm sein Gefühl sagt und das ist nicht immer angemessen und manchmal sogar gefährlich. Seht es euch selbst an.

Nun, ich denke, das war's erstmal. Mein Beitrag zu Körpersprache, Wahrheit, Lügen und all diese Dinge.

Bis zum nächsten Blog,
sarah