Posts mit dem Label Richard Bandler werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Richard Bandler werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 10. März 2013

Schmerzkontrolle

Liebe Leserinnen und Leser,

es scheint passend, einen Blogeintrag zu schreiben über das Thema Schmerzkontrolle, während ich hier sitze und Halsschmerzen habe.

Ich bin als körperbehindert geboren. Wobei ich das Wort nicht besonders mag, denn ich bin selbstständig und "behindert" bedeutet für mich, dass eine Einschränkung besteht. Im Grunde sind doch alle Menschen in der einen oder anderen Sache hilflos und eingeschränkt oder wenigstens ein bisschen ungeschickt.

Jedenfalls fehlt mir seit meiner Geburt mein rechter Fuß. Ich habe eine Prothese und kann damit nicht nur laufen, sondern fahre auch regelmäßig mit einem normalen Fahrrad. Viele wissen nicht, dass ich eine Prothese habe und sind überrascht, wenn sie davon erfahren. Sie merken es nicht. Ein paar Mal ist es in der Vergangenheit passiert, dass der Knochen am Bein schneller gewachsen ist als der Rest vom Bein. Der Knochen musste gekürzt werden. Ich weiß, dass ich beim ersten Mal Schmerzmittel genommen habe, die sie mir gegeben haben. Die nächsten zwei Male wollte ich nichts nehmen. Ich bin nicht gerne betäubt und wollte nicht mit Medikamenten schlafen. Ich wollte nicht schlafen. Ich wollte schmerzfrei sein! Ich weiß, dass ich das dritte und (derzeit) letzte Mal die nächsten ein, zwei Tage nach der Operation bewusst verschlafen habe. Ohne Medikamente. Schlafen ging irgendwie. Nur wenn ich wach war, tat das Bein weh. Also schlief ich so viel ich konnte.

Ich weiß nicht mehr, ob es das erste oder zweite Mal war. Aber ich erinnere mich daran, dass einmal meine Großmutter mich im Krankenhaus besuchen kam mit meinem Vater und meiner Schwester. Meine Mutter war sowieso im Krankenhaus bei mir. Ich weiß gar nicht mehr, was meine Großmutter mir erzählte. Die anderen waren aus dem Zimmer gegangen und sie erzählte irgendwas. Irgendetwas, was mich die Schmerzen vergessen ließ. Sobald die anderen zurück waren, war der Zauber gebrochen. Ich habe keine Ahnung, was sie genauer gemacht hat oder wie. Ich bin mir auch nicht sicher, wie viel ihr bewusst war, was sie da machte. Das wichtigste war, dass es half.

Schmerz ist ein Bote. In der Regel will er uns sagen: "Pass besser auf dich auf!" oder "Ändere etwas! Wie es aktuell ist, ist es nicht gut für dich." Das sind wichtige Signale, die unter keinen Umständen einfach ignoriert werden sollten. Deshalb rate ich auch jedem, Schmerzen nicht ganz abzuschalten. Das ist oft auch gar nicht nötig. Wir können alle ganz gut mit einem gewissen Schmerz weiter machen und ihn ignorieren. Aber bitte nicht auf Dauer! Das wäre ungesund und unvernünftig. Ein Bote will gehört werden und erfordert, dass etwas getan, geändert wird. Das sollte unter allen Umständen respektiert werden!

Hypnosis Salad ist eine Organisation, die Hypnose Seminare gibt. Auf youtube gibt es ein Video mit Michael Watson (englisch), wie er mit viel Humor von einer effektiven Methode der Schmerzkontrolle eines Freundes erzählt. Hier sind zwei wichtige Grundgedanken daraus über Schmerz:
  • Schmerz ist so unangenehm, weil wir ihn für unkontrollierbar halten.
  • Schmerz ist in dem Moment scheinbar unendlich.
Die Methode, die Michael Watson beschreibt, ist so einfach und geschickt. Man gibt dem Schmerz ein Symbol (und eventuell eine Farbe) und hält dieses Symbol in seiner Hand. Dann schmeißt man das Symbol in einen Mülleimer oder spühlt es die Toilette runter, was auch immer. Warum ist das eine geschickte Methode? Nun, indem das Schmerz zu einem Symbol wird, verändern wir die Sinneswahrnehmung. Von einem Gefühl wird es etwas visuelles. Indem wir das Symbol in unsere Hand geben, ist es weg von dem ursprünglichen Ort. (Außer natürlich, die Hand tut uns weh. Aber selbst dann wäre es eine Veränderung von Gefühl tatsächlich in einem Körperteil zu einem sichtbaren Symbol, das wir in der Hand halten.) Was haben wir gemacht? Kontrolle durch Form geben und Ortswechsel und Sinneswahrnehmung geändert! Die Unendlichkeit hört dann auf, wenn wir das Symbol wegschmeißen.

Ich selbst habe nur ein oder zwei Male ein Symbol in meiner Hand gehabt. Was ich mache ist meine eigene Variante. Gehen wir einmal von Kopfschmerzen aus. Ich stelle mir vor, welche geometrische Form Ecken oder Spitzen hat, die die Art Schmerz in meinem Kopf verursacht, die ich gerade habe. Oft ist es etwas wie ein Vieleck oder etwas stacheliges. Eine Farbe wird nicht unbedingt bei jedem mit diesem Symbol kommen. Bei mir sind die Formen meistens im Bereich von gelb oder grün. Die Farbe kommt, ohne dass ich sie mir überlege. Ich lasse die Form in meinem Kopf, aber stelle mir vor, wie sie zu einer runden Kugel wird. Eine Kugel hat keine Ecken, also kann sie keine Schmerzen verursachen. Durch Erickson hat die Farbe lila für mich eine besondere, beruhigende Bedeutung. Also wird die Kugel lila. Oft mache ich es so, dass ich mir meinen ganzen Kopf dann in einer blass lilanen, durchsichtigen Kugel vorstelle. Ähnlich wie ein Goldfischglas, das ich auf dem Kopf habe.

Alleine sich auf etwas zu konzentrieren, dass man im Gedanken sehen muss, lenkt ab und verändert die Intensität. Noch ein Rat, falls auch ihr mit Farben arbeiten wollt: nehmt eine Farbe, die weit genug weg von der Schmerz-Farbe ist. Wenn die Schmerz-Farbe zum Beispiel blau wäre, ist lila eher nah an der Farbe. Einmal erzählte ich meinem Vater von dieser Methode und er gab zu überlegen, was wäre, wenn man Komplementärfarben nehmen würde. Ich habe es noch nicht ausprobiert. Ich vergesse immer wieder daran zu denken, weil lila für mich automatisch die Farbe der Wahl ist, oder manchmal blau. Außerdem müsste man wissen, welche Farbe jeweils die Komplementärfarbe ist. (Interessanterweise passt es für mich mit gelb-grün und lila schon.)

Wie gesagt, sollte man ein bisschen Schmerz behalten. Mir passiert es oft, dass ich mich irgendwann gar nicht mehr auf die lila Kugel konzentriere, sondern einfach weiter mache mit dem, womit ich gerade beschäftigt bin. Die Kopfschmerzen sind dann ganz von alleine wieder weg. Es reicht also oft den Schmerz zu verringern und nicht völlig zu entfernen.

Richard Bandler, einer der beiden Entwickler vom Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP) kennt sich sehr gut aus mit Hypnose. Als man ihn fragte, was er gegen Zahnschmerzen machen würde, erklärte er, er würde zum Zahnarzt gehen. Und bei Kopfschmerzen? Dann nimmt er eine Aspirin. Die Leute sind überrascht über diese Antworten von ihm. Als Experte in Hypnose haben sie wohl erwartet, dass er irgendetwas in Richtung Hypnose machen würde. Die Methode, die Michael Watson beschreibt bzw. meine Version sind Möglichkeiten. Richard Bandlers Ansatz für Zahnschmerzen und Kopfschmerzen sind trotzdem auch wichtig: wenn es Mittel und Wege gibt, den Schmerz einfach los zu werden, sollten wir diese auch nutzen.

Ich hatte Charlie Chaplin bereits im Blogeintrag zu meinem Motivationszimmer erwähnt. Trotzdem passt das Zitat auch hier noch einmal gut: "Nichts ist in dieser Welt von dauer, nichteinmal unsere Sorgen."

Bis zum nächsten Blog,

sarah

Freitag, 22. Juni 2012

Hallo Welt!

Liebe Leserinnen und Leser,

ich fange heute diesen Blog an, um Gedanken aufzuschreiben, auf interessante Dinge aufmerksam zu machen, auf die ich gestoßen bin oder sonstige Entdeckungen zu verkünden.

1997 fing ich an Geschichten zu schreiben. Mittlerweile schreibe ich diesen Blog hier... ;-)

Etwa 2009 bekam ich Interesse an Zauberei. Als Kind hatte ich schon einen Zauberkasten, aber etwas ernsthafteres entwickelte sich daraus nicht. Während meines Heilpädagogik Studiums kam immer wieder das Gespräch darauf, dass wir auf Körpersprache achten sollten und selbst uns "offen" geben wollten. Aber wie macht man das überhaupt? Oder woher weiß ich, ob Klienten etwas verbergen? Was bedeutet es, wenn sie in einer bestimmten Körperhaltung vor mir sitzen oder einen gewissen Blick haben? Darüber haben wir nie gesprochen. Also begann ich mein Selbststudium. Wenn man heute über Körpersprache liest, stößt man unweigerlich früher oder später auf drei Buchstaben: NLP. Neuro-linguistisches Programmieren. Ich wollte gerne einmal sehen, wie das ganze angewendet wird und was man damit machen kann. Ich weiß nicht mehr genau, was ich tatsächlich eingegeben habe, denn mit nur "nlp" kommt man bei youtube nicht auf das, was mich dann letztlich wieder zur Zauberei gebracht hat. Nämlich ein Video des "psychologischen Illusionisten" (so nennt er sich selbst) Derren Brown. Die Videobeschreibung las sich wie folgt: "The hiest was an experiment hosted by Derren Brown to see if he could get people to rob a bank." Wie bitte? Normale Leute dazu bringen eine Bank auszurauben? Geht das wirklich? Das musste ich sehen! Also sah ich mir die Sendung auf youtube an: http://www.youtube.com/watch?v=GdkivIk1NiY (Teil 1 von 5)

Tja, was soll ich sagen? Die Sendung war interessant und Derren Brown mir sympatisch. Ich sah mir mehr Videos an von ihm, kaufte mir schließlich Tricks of the Mind von ihm. Darin beschreibt er Grundlagen vieler Techniken, die er für seine Tricks benutzt: von Zaubertricks mit Karten und Münzen, über Merkhilfen (Mnemonik) bis hin zu Hypnose.

Hypnose. Wer über NLP liest, kommt zwangsläufig auch zu Hypnose und Hypnotherapie. Immerhin war einer der Vorbilder, die zur Entwicklung von NLP beitrugen der Psychotherapeut Milton Erickson, der nicht nur allgemein höchst kreativ war, sondern auch Hypnose als Therapie anwendete. Im Frühjahr 2011 suchte ich dann einmal bei google nach Online Kursen zu Hypnose und stieß dabei auf Stephen Brooks. Auf seiner Homepage bietet er unter anderem einen kostenlosen, einjährigen Kurs in den theoretischen Grundlagen der Hypnotherapie nach Erickson und NLP an. Kostenlos klingt gut, oder nicht? Kann man dem trauen? Ja! Stephen Brooks ist weltweit anerkannt und sehr gefragt. Zwar hat er Erickson nicht mehr persönlich treffen können, ihn und seine Methoden aber gründlich und eingehend studiert.

Frühjahr 2012. Seit einem Jahr arbeitete ich nun bei der Alzheimer Gesellschaft in Bochum und ich brauchte genau dieses eine Jahr, um zu erkennen, dass 2 Therapiepuppen, die wir bei uns haben, nicht genutzt wurden. Mir wurde klar, dass wenn sie nicht weiter gelangweilt in der Ecke sitzen sollten, ich selbst aktiv werden musste. Die Puppen einfach nehmen, eine Hand im Kopf, um den Mund zu bewegen und gleichzeitig den eigenen Mund bewegen, um für die Puppen zu sprechen? Es geht. Es ist einfach. Zu einfach. Warum für die Puppen sprechen, wenn man sie für sich selbst sprechen lassen kann? Durch Bauchreden. Wie ich das lerne und lernte und meine Gedanken dazu im nächsten Blog...

Bis zum nächsten Blog!
sarah