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Freitag, 22. September 2017

3-Zutaten-Kekse

„Das riecht gut. Was ist los? Die machen Sie doch nur, wenn Sie sich beruhigen wollen.“ Joan Watson in „Elementary“ (Staffel 2, Episode 16) als sie morgens in die Küche kommt und Sherlock Holmes gerade Yorkshire Pudding aus dem Ofen holt.

Sherlock Holmes ist jemand, den man nicht als normal bezeichnen würde. Natürlich hat er irgendwelche seltsamen Eigenschaften und Charakterzüge. Kochen und backen ist nicht gerade meine Leidenschaft, obwohl ich durchaus einiges machen kann und das auch anderen schmeckt. Deshalb ist es höchst seltsam für mich, dass Sherlock Holmes in Elemetary scheinbar backt, um sich zu beruhigen und ich nun gleichfalls angefangen habe, bevorzugt ein Rezept zu nutzen, wenn ich frustriert bin nämlich das folgende:

Zutaten:
200 g Nutella oder andere Schokocreme
130 g Mehl (ggf. etwas mehr)
1 Ei

Zubereitung:
Ofen vorheizen auf etwa 160 ° C

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit einem Esslöffel oder Handrührgerät vermischen. (Wer wie ich einen Löffel nimmt, der kann dieses Rezept problemlos spät nachts machen, ohne Mitbewohner oder Nachbarn zu stören.) Aus der Masse eine kleine Menge nehmen und eine Kugel formen. Diese flachdrücken und auf mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Wiederholen bis der Teig aufgebraucht ist. Sollte etwa 16 Stück ergeben.

Die Kekse gehen noch ein wenig auf, also wirklich eher klein und flach halten und mit ein wenig Abstand zueinander.

Im Ofen ca. 5 bis 10 Minuten backen, bis die Kekse nicht mehr so nass glänzen wie in den ersten Minuten. Ein bisschen Glanz ist völlig in Ordnung.

Anschließend ein wenig abkühlen lassen. Wenn sie frisch aus dem Ofen kommen sind die Kekse nicht nur sehr heiß, sondern fallen auch leicht auseinander. Etwas abgekühlt sind sie fester.

Das Originalrezept ist mit Nutellacreme, die es hier in Deutschland überall zu kaufen gibt. Ich habe das Rezept schon mit weißer Creme gemacht (diese braucht ordentlich mehr Mehl, ca. 180 g). Meine Lieblingskekse sind mit einer Karamell-Meersalz-Creme, die ich bei Edeka zufällig gefunden habe. Dunkle Brownie-Creme habe ich auch schon probiert und ebenso Erdnussbuttercreme (mit und ohne Erdnussstücken). Eventuell habe ich dafür wiederum etwas zu viel Mehl genommen, denn die Kekse waren recht trocken für meinen Geschmack. Ich persönlich mag die Nutella-Kekse nicht ganz so gerne, wie Nusspli-Kekse, eine andere Art Schokocreme, die es hier zu kaufen gibt.

Probiert es aus. Lasst euch inspirieren, was für Cremes es in den Geschäften in eurer Nähe so gibt. Schreibt gerne in die Kommentare, welche Cremes ihr probiert habt und wie euch die Kekse schmecken.

Samstag, 7. Dezember 2013

Effiziente Sprache

Liebe Leserinnen und Leser,

über eine lange Zeit dachte ich, dass die geschriebene Sprache "sauber und ordentlich" sein sollte. Nach bestem Wissen und Gewissen fehlerfrei schreiben. Ausnahmen bestätigen die Regel und die Ausnahme ist immer der Schreiber: also ich. Mein Ausnahme ist, jedenfalls in englischen Texten, meine K-PAX-Schreibeweise. In Chats nutze ich zwar Punkt und Komma als Satzzeichen, schreibe aber nicht unbedingt am Satzanfang groß. Wobei ich im Chat im Deutschen normalerweise alles groß schreibe, was groß geschrieben wird. Im englischen Chat schreibe ich dagegen eher alles klein, da es dort einfacher ist so. Was ich im Deutschen und Englischen fast nie mache, ist Abkürzungen zu benutzen, außer ich muss schnell schreiben, weil ich gleich weg möchte. Doch selbst dann ist ein ausgeschriebenes "bye" noch immer kurz genug.

Vor Jahren war ein Artikel in der Zeitung und online zu lesen über eine Schülerin, die einen kompletten Aufsatz im SMS-Stil (wie "I C U" für "I see you") verfasst hatte. Die Lehrerin war so entsetzt darüber, dass sie anonym bleiben wollte. Ich verstehe das bis heute nicht. Die Lehrerin hat, meiner Meinung nach, nichts damit zu tun, wie die Schülerin den Aufsatz verfasst hat. (Ein Auszug aus dem Aufsatz für Interessierte.)

Erst war ich der Meinung, wie viele Lehrer und Eltern sicher auch. Diese Kurzschrift ist unmöglich für einen Aufsatz in der Schule. Was ich tatsächlich für wichtig halte ist, zu wissen, wie die richtige Schreibeweise ist und die Schreibweise der Situation anzupassen.

Ist eine Kurzschrift dieser Art eine Rückentwicklung, da sie vor allem im Englischen oft einer Lautschrift gleich kommt, wie man sie höchstens von Erstklässlern kennt und nur von diesen duldet? Ich bin mir nicht mehr so sicher wie damals, als ich zum ersten Mal von dem Aufsatz gelesen habe.

Ich weiß, Sherlock Holmes ist eine erfundene Figur und sollte daher kein Maßstab für eigenes, reales Verhalten oder Meinungen sein und dennoch:

Als Watson in der 5. Episode der 1. Staffel von "Elementary" immer mehr SMS im Kurzstil von Holmes bekommt, beschwert sie sich bei ihm darüber: "Ihre Abkürzungen werden immer schwerer zu entziffern", sagt sie. "Und ich weiß nicht warum, da Sie offensichtlich in der Lage sind, sich zu artikulieren."

Holmes erklärt ihr daraufhin: "Die Sprache entwickelt sich weiter, Watson, wird zu einer effizienteren Version. Ich liebe Kurznachrichten. Es ermöglicht einen Inhalt und Ton zu übermitteln, ohne einen Geschwindigkeitsverlust."

Hat er Recht, weil er Sherlock Holmes ist und ich Sherlock Holmes mag? Oder hat er Recht, weil er Recht hat? Hat er Recht?

Bis zum nächsten Blog,
sarah